Das Stadtschlossgeschäft

Die treibende Kraft hinter dem Beschluss zur Rekonstruktion des Berliner Schlosses ist der Förderverein Berliner Schloss des Hamburger Kaufmanns Wilhelm von Boddien. In den Medien tritt von Boddien als der wichtigste Fürsprecher und Repräsentant des Projektes auf und wird zuweilen auch als ‚Schlossherr‘ tituliert. Für den Bundestagsbeschluss zur Rekonstruktion der Barockfassaden war das Versprechen des Fördervereins Berliner Schloss, die genannten Mehrkosten von 80 Millionen Euro für die Rekonstruktion über Spenden zu finanzieren, wichtig. Angeblich verfügte der Verein bereits damals schon über mehrere Millionen an Spendenzusagen, was eine wichtige zivilgesellschaftliche Legitimation des Beschlusses darstellte. Inzwischen erwies sich dies als haltloses Versprechen – trotz sechsjährigem Werben ist ein Spendenfinanzierung nicht in Sicht. Welche Rolle der Förderverein spielt, welche Interessen verfolgt und welchen Einfluss er auf das Projekt nimmt, wird im Folgenden von Philipp Oswalt dargelegt. ///

 

Über Hundert Architekten bewarben sich bis Anfang 2008 für die Teilnahme am internationalen Wettbewerb zum Humboldtforum. Doch für die Fassaden ist ein Berliner Architekt bereits direkt beauftragt. Im Jahr 2003 erhielt das Architekturbüro Stuhlemmer erstmals einen Auftrag hierfür, der sich inzwischen auf ein Honorarvolumen von Mio. € 5,4 beläuft; weitere Planungsaufträge sollen folgen. Das seit Mitte der 1960iger Jahre existierende Büro hat zuvor meist recht kleine denkmalpflegerische Bauaufgaben innerhalb Berlins betreut, wie etwa die Sanierung zweier Denkmäler und einer Villa, die Instandsetzung der Platzanlagen des Mexikoplatzes und die Rekonstruktion des U-Bahnhofes Krumme Lanke und der Fassade der Kommandantur Unter den Linden. Den ungewöhnlichen Großauftrag hatte der Architekt sich nicht zuletzt selber zu verdanken, denn sein Auftraggeber ist der Förderverein Berliner Schloss e.V., dessen stellvertretender Vorsitzender bei der erstmaligen Beauftragung Rupert Stuhlemmer war. Ein genialer Schachzug zu Zeiten, wo es um die Auftragslage des Berufs nicht zum besten Stand.

Aber wieso plant der Förderverein überhaupt die Fassade? Ist das nicht Aufgabe des Bauherren? Der Verein hatte zu Zeiten der internationalen Expertenkommission 2001  das Versprechen abgegeben, mit Spenden die genannten Mehrkosten von € 80 Mio. für die historische Fassadenrekonstruktion zu decken.

Man würde denken, dass – wie etwa bei der Dresdner Frauenkirche – der Förderverein das Geld dem öffentlichen Bauherren zur Verfügung stellt. Doch dass ist gar nicht die Absicht, wie bereits ein Blick in die Satzung verrät. Der Verein versteht sich als Bauherr der Fassade und will diese planen und herstellen und sie dann dem Bauherren oder den Nutzern als Sachspende übergeben. Diesen Weg hat der Verein eigenmächtig eingeschlagen, ohne dass geklärt wäre, ob es überhaupt einen Abnehmer für die Produkte des Vereins geben kann. Wie können Haftung und Gewährleistung bei einer solchen Sachspende gewährleistet werden?  Was passiert, wenn der Verein finanziell nur zu einem Teil der Leistung in der Lage ist? Dafür gibt es bislang keine Lösung, und es gibt trotz mehrjährigen Bemühens des Vereins noch niemanden, der bereit wäre, die Sachspende zu übernehmen. Der Wunschpartner Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Hauptnutzer des Gebäudes hat dem Ansinnen des Vereins unlängst eine endgültige Absage  erteilt.

Infocenter des Fördervereins am Hausvogteiplatz Berlin-Mitte. Foto Erik-Jan Ouwerkerk

 

Gleichwohl hält der Verein an diesem Vorgehen unbeirrt fest und hat die bislang verfügbaren Spenden dafür fast vollständig ausgegeben. Angenehmer Weise können dabei Vereinsmitglieder mit bezahlten Tätigkeiten versorgt werden. Nicht nur Stuhlemmer profitiert hiervon. Wilhelm von Boddiens üppiges Geschäftsführergehalt wird ihm nur zu einem Teil für Vereinsorganisation, und im erheblichen Maße für die Betreuung der „Projektarbeit“ ausgezahlt.  Und von den Berliner Bildhauern und Steinmetzen Carlo Wloch und Matthias Körner, deren Innung Mitglied im Förderverein ist,  ist ebenfalls bekannt, dass sie als Restaurateure und Steinmetze Aufträge erhalten. Dazu kommt etwas Weiteres: Durch eine eigenhändige Fassadenrekonstruktion seitens des Vereins kann dieser deren Gestaltung bestimmen. Denn diese ist kein rein mechanischer Vorgang. So ist die Bewahrung der Differenz zwischen erhaltenen und nachgebildeten Bauelementen der Dresdner Frauenkirche eine wichtige konzeptuelle und gestalterische Entscheidung, welcher auf die Geschichte des Baudenkmals verweist. Wie soll mit solchen Differenzen beim Berliner Schloss umgegangen werden? Was bedeutet es, dass eine Rekonstruktion eines Eosander-Portals mit Originalbauteilen bereits im benachbarten Staatsratsgebäude integriert ist?  Welcher bauliche Zustand wird angestrebt: der von 1800, 1870, 1919, 1933 oder gar von 1950? Welches Geschichtsbild artikuliert sich in der Rekonstruktion? Solche Fragen will der Verein nicht diskutieren. Was von Boddien und seine Anhänger anstreben, ist – wie das Magazin Spiegel einst lobend über das Hotel Adlon am Pariser Platz schrieb – „ein Bau, der so tut, als sei er schon einmal da gewesen, als hätte es den Abriss, all die Schmerzen der Geschichte nicht gegeben.“

  

 

 

Entwurf der Architekten Stuhlemmer für die Humboldtbox gegenüber dem Alten Museum. Für die Planung hat der Förderverein Berliner Schloss e.V. 50.000 Euro gemeinnütziger Spenden ausgegeben.

Beim Betrachten der unbeholfenen Entwürfe der Architekten Stuhlemmer zur Humboldtbox versteht man, dass Autor und Auftraggeber des Entwurfs zeitgenössische Architektur an diesem Ort weitmöglichst verhindern wollen und sie sich nach einer Architektur ohne Architekten sehnen, nach der ingenieurstechnischen Reproduktion von Gebäuden mit Hilfe von Photogrammetrie, CAD und Denkmalpflege. Doch eine solch automatische Reproduzierbarkeit ist nicht zu haben. Auch eine Rekonstruktion ist eine architektonisch-entwurfliche Aufgabe und es macht einen Unterschied, ob diese etwa wie bei dem Chiado in Lissabon von Alvaro Siza oder einem Büro wie Stuhlemmer realisiert wird.

Fragt man nun im Bauministerium nach, wie man dort dazu steht, dass Stuhlemmer sich quasi selbst beauftragt hat und der Verein  nicht Gelder, sondern Bauteile dem Bauherren (oder Nutzern) überreichen will, heißt es, es gebe keine verbindliche Zusammenarbeit mit dem Verein: „Planungen des Büro Stuhlemmer sind keine verbindliche Grundlage für die Bauausführung des Projektes.“ Zum Spenden an den Verein habe man nicht aufgerufen. Ansonsten wolle man  sich nicht zur Kritik an „privaten Initiativen“ äußern.

Allerdings sind die versprochenen 80 Millionen Euro dieser „privaten Initiative“ verbindlich in die Finanzierung des Bauprojektes eingestellt. Und faktisch agiert sie keineswegs so privat und eigenständig, wie es das Ministerium glauben machen will. Bereits im Jahre 2002 hatte der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse zum Spenden an den Förderverein Berliner Schloss öffentlich aufgefordert. Mit einer Pressekonferenz im April 2007 wollte Bauminister Tiefensee ein „Signal an die Spender“ senden. Und bei gleicher Gelegenheit sprach er davon, dass der Bund einen Informationspavillon errichten will, in dem auch der Förderverein für Spenden werben soll. Unter der Überschrift „Minister Tiefensee ruft die Bevölkerung zu Spenden für das Schloss auf“  ist ein Interview mit dem Minister der Aufmacher der Ausgabe 8/2007 des Berliner Extrablatts, dem Werbeblatt des Vereins. Und bei Mailings wirbt der Förderverein um Spender mit der Kopie eines Briefes von Minister Tiefensee. Schon seit Jahren ist der Förderverein an verschiedenen Kommissionen auf Bundes- und Landesebene zu dem Bauvorhaben beteiligt und sitzt jetzt mit zwei Vertretern auch in der Jury des Wettbewerbs.

Was eine solche Beteiligung von Rekonstruktionslobbyisten in einer Wettbewerbsjury bedeuten kann, zeigte der Wettbewerb für die Kirche St. Pauli in Leipzig, bei dem übrigens von Boddien als Jurymitglied dem Paulinerverein zur Seite stand. Durch Veröffentlichung vertraulicher Unterlagen während des Wettbewerbsprozesses suchte der Verein die Jury zu torpedieren. Beim Wettbewerb zum Humboldtforum haben bereits im Vorfeld zwei mit dem Förderverein Berliner Schloss sympathisierende Journalisten Vorfassungen der noch vertraulichen Rohfassung der Ausschreibung veröffentlicht, um öffentlichen Druck für eine andere Besetzung der Jury und eine noch stärkere historische Bindung der Wettbewerbsaufgabe zu machen. Woher die Journalisten die Unterlagen erhalten haben, ist nicht nachweisbar, doch die Intervention war erfolgreich: Infolge dessen sind zwei Vereinsvertreter an den Jurysitzungen beteiligt und inzwischen ist auch eine Kuppel für das Schloss in der Auslobung vorgesehen. 

    

Spendenwerbung

Aber wie steht es nun um das genannte Spendenversprechen des Vereins? Der Betrag von 80 Millionen Euro für die Mehrkosten der historischen Fassadenrekonstruktion beruht auf einem Angebot für eine Fensterachse aus dem Jahr 1993, bei dem Planungs- und Einbaukosten nicht enthalten waren und das für die gesamte Fassade für das Jahr 2001 hochgerechnet wurde. Seitdem hält der Förderverein an der einmal genannten Gesamtsumme fest und ordnet ihr inzwischen zudem die Kosten für Spendenwerbung und Planung zu. Doch nach Berechung des Bundesbauministeriums von Herbst 2007 belaufen sich die Kosten für Planung und Herstellung der Fassade incl. Einbau auf nunmehr über 112 Millionen Euro. Um den Schein nach Außen zu wahren, hat das Ministerium allerdings den Planungsaufwand von über 23 Millionen Euro sowie Baustelleneinrichtung und Kostensteigerungen für Natursteinarbeiten in Höhe von zusammen knapp 9 Mio. Euro im allgemeinen Kostenpunkt „Erschließung, Außenanlagen, Planungskosten“ versteckt und beziffert die „Natursteinarbeiten der historischen Fassaden“ auf 80.889.000 Euro. Die Gesamtsumme von 112 Millionen Euro taucht in den veröffentlichen Dokumenten nirgendwo auf. Zudem fehlte in dem Betrag von 80 Millionen von Anfang an der nicht unbeträchtliche Aufwand für das Spendeneinwerben und die laufenden Kosten des Vereins. Legt man zu deren Abschätzung die Kostenstruktur des Fördervereins aus dem Jahre 2006 zu Grunde, müsste man eine Verdoppelung des Betrages in Rechnung stellen, da bislang die Hälfte der Einnahmen für derartige Zwecke verwendet wurden (d.h. plus 112 Mio. Euro). Selbst wenn eine wesentlich zielführendere Verwendung der Mittel als bislang unterstellt wird, wie es bei der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden in Rechnung der Fall war, verbleibt ein Aufwand von etwa Euro 40 Millionen. Daraus ergibt sich für eine Spendenfinanzierung der Fassade ein Einnahmebedarf von mindestens Euro 150 Millionen. Der Verein hingegen verspricht hingegen nur noch 59 Mio. Euro für die Fassadenherstellung, da er von der ursprünglich zugesagten Summe von 80 Mio. Euro inzwischen 13 Millionen für sich für Werbung und Vereinsorganisation und 8 Mio. für Planungsleistungen, mit denen er sein ehemaliges Vorstandsmitglied Stuhlemmer betraut hat, beansprucht. Selbst wenn er nur für die Mehrkosten der historischen Fassadenrekonstruktion aufkommen will, würde mit dem modifizierten Spendenversprechen nur noch ein Teil derer gedeckt.

Und was ist der Stand der Spendensammlung? Seit 2002 wirbt der Förderverein um Spenden für die Fassadenherstellung und hat zwischen 2002 und 2006 knapp 7 Millionen Euro an Spenden eingenommen, von denen am 1.1.2007 gemäß Jahresabschluss des Vereins nur noch Euro 1.545.850 an Geldern vorhanden waren. Gemäß der Finanzplanung des Vereins sollen auch die in 2007 gemachten Einnahmen von 2,35 Mio. Euro größtenteils wieder ausgegeben worden sein.

   

Spendenwerbung

Aufgrund der Gemeinnützigkeit hat der Verein also bislang der öffentliche Hand wesentlich mehr an Steuermindereinnahmen gekostet als noch Geld zur Verfügung steht, zumal der Verein zwischen 1993 und 2001 weitere 4,5 Mio. Euro bei der Steuer absetzbare Spenden eingenommen hat. Intern rechnet das Bauministerium auch nicht wirklich mit Spendeneinnahmen in der versprochenen Höhe, sondern erwägt „Zwischenfinanzierungen“  in Höhe von Mio. 50 Euro oder auch alternative Einnahmequellen wie Lotterien und Sondermünzen. Befragt man das Bauministerium oder den Förderverein zu diesen Widersprüchen, trifft man auf eine Mauer beredten Schweigens, denn für beide ist der ungeklärte Status quo von Vorteil –nicht nur für den Verein, sondern auch das Ministerium. Denn selbst wenn der Verein gar nichts zur Finanzierung beitragen würde, erfüllt er bei der Debatte um den Schlosswiederaufbau mehrere wichtige Funktionen. Zunächst macht er mit umfangreichen finanziellen Mitteln und falschen Versprechungen Werbung für den Schlossaufbau – was so keine öffentliche Stelle tun könnte. Das ist wichtig, denn das Vorhaben ist in der Öffentlichkeit keineswegs so mehrheitsfähig wie im Bundestag. Die öffentliche Meinung ist hierzu so gespalten wie das Votum der Expertenkommission. Umfragen haben des Öfteren gezeigt, dass Rekonstruktionen bei weitem nicht so populär sind wie uns manche Medien und Politiker glauben machen wollen. So war fast eine Zweidrittel-Mehrheit der Berliner gegen den jetzigen Abriss des Palastes der Republik.

Politisch gesehen ist eine zweite Funktion des Vereins genauso wichtig, die mit der ersten eng verbunden ist: Durch den Verein wird der Anschein erweckt, dass die € 80 Mio. für die Fassadenrekonstruktion durch private Spenden finanziert würden und dass es ein breites bürgerschaftliches Engagement für den Wiederaufbau der Schlossfassaden gäbe. Ein solches Argument war nicht nur bei der angespannten Haushaltslage der letzten Jahre wichtig, sondern auch als Beweis für eine gesellschaftliche Verankerung des Projekts.

Doch der Förderverein funktioniert weniger als bürgerschaftliche Organisation, sondern operiert quasi wie eine Firma, die unter teilweise falschen Angaben Spenden sammelt, um ihre eigene Tätigkeit zu finanzieren. Ein wirkliches Vereinsleben ist nicht gewollt, wie von Boddien in unmissverständlicher Klarheit darlegt: „Der Förderverein Berliner Schloss ist gegründet worden, um über die Gemeinnützigkeit die Absetzbarkeit von Spenden für satzungsgemäße Zwecke zu erreichen. Die allermeisten Mitglieder sind nicht etwa Mitglieder geworden, um in einer Gemeinschaft wie beim Tennisclub sich zu geselligen oder auch sportlichen Ereignissen zu verabreden und sich kennen zu lernen…“ Und so gibt es auch quasi keine Vereinsaktivitäten über das notwendige Minimum hinaus – ganz anders als beim Förderverein der Dresdener Frauenkirche, der neun aktive Arbeitskreise zu verschiedenen Fachthemen aufweist und eine Vielzahl von Veranstaltungen durchführt. Letztlich ist der Förderverein Berliner Schloss bislang weitgehend eine One-Man-Show Wilhelm von Boddiens, da selbst der Vorstand kaum in Aktion tritt und von Boddien alle wesentlichen Aufgaben selbst wahrnimmt. Mitgliederversammlungen haben zuweilen den demokratischen Charme von SED-Parteitagen. Die Anliegen von Boddiens und des Vorstands werden per Akklamation bestätigt, es gibt keine echte Diskussion und Initiativen von Mitgliedern finden keinen Niederschlag. So wurde etwa vor der letzten Vorstandswahl der erste Vorsitzende vom Vorstand ernannt und es wurde – so von Boddien – „obwohl für den Vorgang die Mitgliederversammlung nicht zustimmungspflichtig ist,“ deren Einverständnis nur per Akklamation eingeholt. Nach Verfügung des Amtsgerichts musste bei der nächsten Mitgliederversammlung eine ordnungsgemäße Wahl nachgeholt werden. Doch all das kümmert die Politik wenig, sofern der Förderverein den Schein von bürgerschaftlichem Engagement und privater Co-Finanzierung aufrecht erhält, um ein Projekt zu legitimieren, das in der Öffentlichkeit umstritten ist.

Mit der hier dargelegten Argumentation soll nicht das Projekt, das seine politische Mehrheit gefunden hat,  als solches in Frage gestellt werden. Doch notwendig ist es, nicht durch Unwahrheiten die Öffentlichkeit fortgesetzt zu täuschen und Machenschaften zu befördern, welche die architektonische und programmatische Qualität dieses zur nationalen Aufgabe deklarierte Bauprojekt gravierend gefährden.

In leicht abweichender und gekürzter Fassung erschienen in der Zeitschrift Die Bauwelt, Heft  1-2008

 

 

 

 

 

 

4 Antworten zu “Das Stadtschlossgeschäft”

  1. HC sagt:

    Es ist ein so unglaublich peinliches Armutszeugnis für die Kulturnation Deutschland, dass an der prominentesten Baufläche ihrer Hauptstadt ein feudales Stadtschloss rekonstruiert werden soll – und das auch noch in derart dilettantischer Art und Weise. Die Krönung der Peinlichkeit ist aber doch, dass hier nicht einmal das Schloss als solches wieder errichtet, sondern nur ein modernes Bürogebäude mit der Tapete des Stadtschlosses getarnt werden soll, um – ja wozu eigentlich? Um den schönen Schein des alten Preussens in der Mitte Berlins wieder zu spüren?
    Herzlichen Glückwunsch Deutschland! Statt den Mut aufzubringen, an dieser Stelle ein architektonisches Zeichen zu setzen, welches das Selbstverständnis des wiedervereinigten demokratischen Deutschlands zum Beginn des 3. Jahrtausend widerspiegelt, wird vor ein – in seiner Nutzung durchaus fragwürdiges – Kulturforum eine barockisierte Tapete geklebt. Das ist wirklich ganz groß.

  2. SCHLOSSDEBATTE» Blogarchiv » Urteil des Landgericht Berlin bestätigt Kritiker des Förderverein Berliner Schloss e.V. sagt:

    […] zum Förderverein Berliner Schloss sind auf dieser Website abrufbar: Der Text aus der Bauwelt “Das Stadtschlossgeschäft” von Januar 2008 in geringfügig modifizierter und erweiterte…. Der Text der Pressemitteilung “Wo sind die Millionen an Spenden für das Berliner […]

  3. Frank Dreesbach sagt:

    Eine neur Name auf der schwarzen Liste der gierigen Architekturzerstörer: von Boddien. Durch lässiges Wegschieben dikussionswürdiger Inhalte hat unbeholfene Repräsentations- und Geltungssucht durch allzu bekannte Peronal- und Interessen-Schachzüge einen bequemen Sessel in der Staatskasse gefunden. Glückwunsch, das wiederholt sich gerade allerorten, auch bei uns in Bonn. Ich kann garnicht so viel essen, wie ich … Aber das ist jenen völlig egal. Wer regiert hier wen, ihr Warmduscher?

  4. Tyark sagt:

    der Entwurf von Architekt Patzschke ist der beste.
    Neoklassizismus braucht Berlin.
    Der von Franco Stella ist nicht schlecht aber zu neumodig für Berlin. Der Dom das Museum und das Schloss von Patzschke muss eine Einheit bilden.

    Ich bin traurig das man diesen Entwurf nicht genommen hat.

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