Entwurf Frank Stella (2008), 1. Preis des internationalen Wettbewerb

Der Gewinner der internationalen Wettbewerbs 2008 setzte die politischen Vorgaben konsequent um. Aufbauend auf der verlangten Fassadenrekonstruktion konzipiert er einen idealisierten, quasi zeitlosen Baukörper. Während Bauminister Tiefensee und Wilhelm Boddien jubelten, wurde offensichtlich, dass die Mehrheit der Fachpreisrichter (Architekten) den Sonderpreis von Kühn-Malvezii favorisiert hatten.

Die „re-konstruierten“ und „neu-konstruierten“ Bauteile bilden gemeinsam eine Komposition aus Bauteilen von einer dreihundertjährigen Vergangenheit bis der Jetztzeit , wobei die Identität der einzelnen Baukörper klar zu erkennen ist.

Die Rekonstruktion betrifft die um zwei Höfe liegenden Baukörper des barocken Schlosses, bzw. der von Schlüter und Eosander umgestalteten Schlossbereiche, und das „Quergebäude“ zwischen diesen Höfen. Damit ruft die Rekonstruktion der vier Baukörper des großzügigen rechteckigen Stadtbaublockes nicht nur ihr ehemaliges Maß am gleichen Standort wieder ins Leben, sondern auch das Erscheinungsbild zur Stadt hin und zu den beiden Höfen; die neu wiedererrichteten Fassaden sind als Architektur einer „glaubhaften“ Baukonstruktion konzipiert – eines Mauerwerks mit der immer gleichen Tiefe von einem Meter – statt als dünne Ummantelung eines versteckten Tragskeletts. In Übereinstimmung mit den Fassaden bestehen die Innenräume wieder aus vier Geschossen mit den Höhenkoten der einstigen Hauptgeschosse. Die Rekonstruktion des früheren „Quergebäudes“ ist als Baukörper in den einstigen Massen und Geschossverteilung, indem der vorgeschlasgene Anbau von Galerien auf die Hofseite die anderen rekonstruierten Fassaden des Schlüterhofes gleicht.

Die neuen eigenständigen Baukörper des Weiterbaus, die das notwendige Raumangebot für das Humboldtforums schaffen, gleichen sich in ihren Massen und ihrer innenräumlichen Geschossverteilung mit denjenigen der rekonstruierten Bauteile. Fünf individuell erkennbare neue Baukörper sind vorgesehen: zwei gleiche Baukörper mit dem Zeilenbautypus der Galerie; zwei gleiche Baukörper nach dem Zentralbautypus der Aula; ein Zeilenbaukörper mit entgegengesetzen, langgestreckten Freitreppen und Loggien. Durch ihre Disposition und Architektur schaffen sie alte und neue, offene und gedeckte Stadtplätze: – den wiedererrichteten Schlüterhof, – ein neues Schlossforum, zwischen den einstigen Portalen zur Stadt und zur Gartenlandschaft; die Portale sind als offener Durchgänge gedacht, auch ihre inneren Säulenkorridore werden rekonstruiert, – die neuen glasgedeckten Plätze und Wege der Agora, innerhalb des ehemaligen Eosanderhofes. Auf diese neuen Wege der Agora beziehen sich die rekonstruierten Fassaden der hofumgebenden Baukörper, – das neue Loggien- und Treppenhaus, ein öffentliches Belvedere und eine scenographische neue Front des Gebäudes zur Spree.

Die Architektur bezieht sich auf die Prinzipien der historischen Architektur, bzw. die Dialektik der „Mauer“ und der „Säule“, der Glieder- und der Wandbauweise. Die „Nahtstellen“ zwischen rekonstruierten und neuen Bauteilen sind auf wenige notwendige Anschlüsse reduziert.

Die Agora
Der Eingangbereich ist als ein gedeckter Platz konzipiert, als ein vom Himmel beleuchteter Raum, der sich vom Schlossforum bis zum Portal an der Schlossfreiheit ausdehnt. Eine einläufige mittige Treppe verbindet die zwei Geschosse, wo sich alle vorgegebenen Einrichtungen der Agora sichtbar und leicht finden lassen. Die platzartige Eingangshalle wird in den glasgedeckten Wegen erweitert, von denen aus die rekonstruierten Fassaden des Eosanderhofes sichtbar sind. Die „Dramaturgie“ des Humboldt-Forums ist als „Etappenreise“ entworfen und beginnt am Schlossforum über den zentraler glasgedeckten Platz und die Wege des Eingangsbereiches, wo sich öffentliche und meist unabhängig zugängliche Einrichtungen befinden, führt über grandiose Treppenanlagen ins Erste Obergeschoss mit den Räumen der „Werkstätten des Wissens“ und der „Kunstkammer“ des Museums der Geschichte des Schlosses und der Palastes der Republik und dann in das Zweite und Dritte Obergeschoss, wo sich die Räume der verschiedenen Ausstellungen befinden. Eine Kontinuität der Raumabfolgen jedes Bereiches, sowie die Integration und Möglichkeit einer unabhängigen Erschließung sind die Kriterien der vorgeschlagen Raumdispositionen.

Stadtkontext
Aus der Wiedererrichtung des Schlosses ergeben sich Hinweise für die Umgestaltung der umliegenden Stadträume; neben der inzwischen beschlossenen Rückführung der Breiten Strasse auf ihr historisches Profil schlagen wir auch eine Umgestaltung ihres Einmündungsbereiches auf das Stadtportal I nach dem Vorbild des historischen Schlossplatzes vor. Inmitten zweier gleichlanger Grünstreifen soll ein runder Brunnen einen „point de vue“ von der Breiten Straße her bilden. Neben den beiden Grünstreifen befinden sich die Vorfahrtstrassen und der Parksteifen für die notwendigen abgesonderten Nutzer. Die Einfahrt für den Lieferverkehr, die Reisebusse, Fahrräder und Behinderten-Pkw’s erfolgt von der nördlichen Spur der Breiten Straße aus; der Lieferverkehr wird mit einer Rampe ins Schloss hinein bis zur unterirdischen Anlieferschleuse geführt, dann immer geradlinig weiter über eine neue Rampe und als Dienststrasse bis zur Einmündung in die südliche Spur der Karl-Liebknechtstrasse. Vor der Spreeseite bis zum Fluss ist eine weite Grünfläche mit Fußgänger- und Fahrradwegen, einer Uferpromenade und neuer Schiffsanlagestelle vorgesehen. Für den offenen Raum zum Lustgarten und zur Schlossfreiheit werden die schon geplanten verkehrtechnischen Maßnahmen übernommen.

Baukonstruktion

Vertikaltragglieder
Das Tragwerk des Gebäudes wird, um eine hohe Flexibilität der Nutzung sicherzustellen, in Skelettbauweise konzipiert. Die Unterzüge der Deckenkonstruktionen und die Vertikaltragglieder, als wesentliche Tragelemente dieser Bauart, werden monolithisch miteinander verbunden. Die Vertikaltragglieder werden je nach statischem Erfordernis in Stahlbeton- bzw. Stahlverbundbauweise geplant. Die Haustechnik kann in durch die lineare Ausrichtung der Skelettkonstruktion in relativ einfacher Weise über Schächte und Trassen in das Tragwerk integriert werden.

Deckenkonstruktionen
Die Decken sind im Regelfall als Stahlbetonkonstruktionen vorgesehen. Dieses stellt in wirtschaftlicher Weise die Gewährleistung der Anforderungen aus Nutzung, Schallschutz und Brandschutz sicher. Deckenbereiche mit hohen Verkehrslastanforderungen bzw. großen Stützweiten, wie z.B. im Falle der Ausstellungsräume, werden als Stahlverbundkonstruktionen vorgesehen. Für die Deckenkonstruktionen wird konzeptionell die Möglichkeit eines hohen Vorfertigungsgrades angestrebt, um die Bauzeit und damit den wirtschaftlichen Aufwand zu reduzieren.

Dachkonstruktionen
Die Dachhaut wird im Regelfall als leichte Konstruktionen geplant. Die Dachtragwerke sind als bereichsweise vorgespannte Stahlbetonkonstruktionen vorgesehen, um die teilweise großen Stützweiten in wirtschaftlicher Weise zu überspannen. Die Gewährleistung der Anforderungen des konstruktiven Brandschutzes erfolgt in diesem Fall durch die Bauart. In statisch hoch beanspruchten Tragwerksbereichen ist die Ausführung von Dachtragwerken aus Stahl vorgesehen. Diese Bauweise ist insbesondere im Bereich der historischen Kellerräume geplant, um durch die Reduzierung der Eigengewichtslasten die Aufwendungen im Gründungsbereich gering zu halten. Die Anforderungen an den konstruktiven Brandschutz werden durch bauaufsichtlich zugelassene Bekleidungen erfüllt.

Aussteifung
Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über die als Scheiben ausgebildeten Deckenkonstruktionen. Die Wandscheiben und die vertikalen Erschließungskerne leiten die Lasten in die Gründung. Die Stützen im Bereich des Foyers werden als statisch nicht tragende Stützen aus Stahlbeton geplant.

Gründung
Vor dem Hintergrund der komplexen Baugrundsituation mit bereichsweise nicht tragfähigen Bodenschichten und in erheblichem Umfang im Baugrund vorhandenen Fundamentreste ist ein Ziel des Gründungskonzeptes die Gründungssituation des Gebäudes zu vereinheitlichen. Daher wird eine Tiefgründung mit bis in die tragfähigen Bodenschichten abgeteuften Pfählen vorgesehen, um gründungsinduzierte Schäden zu reduzieren. Im Sinne eines nachhaltigen Bauens können damit in der Baugrundsituation begründete Folgekosten begrenzt werden, aufwendige, wartungsintensive Fugenkonstruktionen werden auf ein Mindestmaß reduziert.

Fassaden
Rekonstruierte Fassaden. Die wieder zu errichtenden Fassaden werden als geputzte Außenwände eines massiven Mauerwerk aus Hohlziegeln mit Einfügung der rekonstruierten steinernen Schmuckelemente. Zur Gewährleistung eines ausreichenden Wärmeschutzes wird im Bedarfsfall eine Kerndämmung vorgesehen.

Neukonstruierte Fassaden
Die offenen Loggien werden als Gliederarchitektur aus vorgefertigten Sichtbetonteilen unter Beimischung von Weißzement und von hellgelbem Sandsteinmehl vorgesehen; die Fensterwände werden als vorgehängte steinerne Wände eines hinterlüfteten Stalbetonmauerwerkes, entsprechend den Anforderungen aus dem Wärmeschutz, geplant.

Fenster
Fensterelemente als Kastenfenster Innenfenster mit Holzrahmen und Zweischeiben Isolierverglasung erfüllt Anforderungen an Wärmeschutz, Schallschutz und Sicherheitstechnik Außenfenster als Rekonstruktion der historischen Fenster mit Holzrahmen und Einfachverglasung, erfüllt Anforderungen an Wärmeschutz

Sonnenschutz

textiler Sonnenschutz, mechanisch, im Zwischenraum von Außen- und Innenfenster

Haustechnische Systeme – ökologisches und energetisches Konzept

Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen
Die Medienerschließung erfolgt über die städtischen Netze der Berliner Wasserbetriebe. Entwässerungssysteme werden hauptsächlich über Freispiegelanlagen ausgeführt. Die Trinkwassersysteme werden druckverlustarm dimensioniert und ohne Hilfsenergie über den zur Verfügung stehenden Netzvordruck versorgt. Anhand der Nutzungsstruktur erfolgt aus hygienischen und ökonomischen Aspekten die Warmwasserversorgung bei Bedarf dezentral. Zur Optimierung des Technikflächenbedarfs und der benötigten Anschlussmenge wird als Löschanlage in den sensiblen Ausstellungsbereichen eine Hochdrucknebelanlage vorgesehen. Es werden ausschließlich langlebige, wartungsarme und umweltfreundliche Baustoffe wie z. B. Guss, Stahl und Edelstahl verwendet. Für Bewässerungszwecke, Toilettenspülung etc. wird eine Regenwassernutzungsanlage vorgesehen. Der hierfür geplante Regenwassertank dient, neben der erwähnten Nutzung des Regenwassers, auch der Regenwasserrückhaltung zur Reduzierung des Spitzenabwasseraufkommens.

Wärmeversorgungsanlagen
Die Wärmeversorgung erfolgt über das vom Institut für Energietechnik der TU Dresden mit einem Primärenergiefaktor von 0,567 zertifizierten Fernwärmesystem der Vattenfall Berlin (Anteil Kraft- Wärmekopplung 93,2%) mit einem Anteil regenerativ erzeugter Wärme von 5%. Das Heizungsverteilsystem ist druckverlustarm dimensioniert und den Anforderungen der EnEV entsprechend gedämmt. Außerhalb der Nutzungszeiten ist in den Bereichen ohne konstante Temperaturanforderung ein abgesenkter Heizbetrieb möglich. Für die Grundtemperierung des Gebäudes wird ein System zur thermischen Bauteilaktivierung vorgesehen. Bei der Errichtung des Gebäudes werden innerhalb der Massivdecken Rohrleitungen verlegt, vorwiegend Kunststoffrohre. Durch diese Rohre fließt Wasser als Heiz- bzw. Kühlmedium. Die gesamte durchflossene Massivdecke wird dabei als Übertragungs- und Speichermasse thermisch aktiviert. Das aktivierte Bauteil nimmt die Wärme vom Heiz- bzw. Kühlmedium oder vom Raum auf, speichert sie und gibt sie zeitversetzt an den Raum oder das Medium weiter. Hierbei erfolgt eine „Glättung“ des Tageslast- bzw. Temperaturganges. Für Räume mit speziellen Anforderungen an Raumparameter werden zusätzliche Heiz- und Kühlsysteme installiert.

Lufttechnische Anlagen, Kälteerzeugung
Für die Bereiche, in denen Anforderungen an die Raumlufttemperatur- bzw. feuchte gestellt werden, erfolgt die Luftkonditionierung hauptsächlich über passive freie Kühlung oder adiabate (ohne Wärmeaustausch) Fortluftkühlung. Eine punktuell erforderliche Be- und Entfeuchtung kann zentral oder zonen/raumweise erfolgen. Die Luftverteilung wird mit geringen Luftgeschwindigkeiten (2-4 m/s) Volumen = stromvariabel vorgesehen. Alle weiteren Bereiche werden natürlich belüftet. Die Ansaugung der Außenluft und das Ausblasen der Fortluft erfolgt im Bereich der spreeseitigen Fassade. Die notwendige Kälteerzeugung wird durch Kombination von Absorptionskältemaschinen (Grundlast) in Kraft-Wärme-Kältekopplung (Fernwärmeversorgung durch Fa. Vattenfall) und Kompressionskältemaschinen zur Spitzenlastabdeckung realisiert. Für die Kälteerzeugung werden weiterhin geeignete Umweltenergiepotentiale, wie z.B. freie Rückkühlung und Sohlplattenkühlung, erschlossen und in das Gesamtenergiekonzept integriert. Die Anforderungen der ENEV 2009 werden durch das Konzept erreicht oder übertroffen. Die Kälteversorgung der Serverbereiche erfolgt über Multisplitanlagen, welche energieeffizient im Teillastverhalten geregelt werden können. Die maschinellen Luft- und Kälteanlagen werden auf das Notwendige begrenzt. Alle erforderlichen Pumpen und Ventilatoren werden frequenzabhängig drehzahlgeregelt ausgeführt. Zur Begrenzung der äußeren Kühllasten (sommerlicher Wärmeschutz) wird bei allen erforderlichen transluzenten Fassadenelementen ein Sonnenschutz, vorrangig im Scheiben- bzw. Fensterzwischenraum oder außen liegend, unter Berücksichtigung historisch gestalterischer Aspekte, installiert.

Starkstromanlagen und Fernmelde- und informationstechnische Anlagen
Alle Beleuchtungsanlagen werden der Nutzung entsprechend überwiegend als Direktstrahler im Energiesparmodus vorgesehen. In Bereichen, in denen eine natürliche Beleuchtung vorgesehen ist, erfolgt eine Tageslichtsteuerung zur Erzielung einer erhöhten Tageslichtautonomie unter Beachtung der Blendung und des thermischen Lasteintrages. Für Bereiche mit eingeschränkter Tageslichtanbindung ist punktuell eine hybride Beleuchtung durch den Einsatz von Tageslichtlenkung über Lichtwellenleiter möglich. An Tagen, an denen die natürliche Helligkeit ausreichend ist, können Beleuchtungskörper alternativ mit Tageslicht, welches von Receivern gesammelt und über Lichtwellenleiter übertragen wird, bis zu ca. 25 m Verbindungsstrecke effizient versorgt werden. Zur nachhaltigen Energieerzeugung wird eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage vorgesehen. Die Aufstellung der Solarmodule erfolgt auf geeigneten Dachbereichen mit Süd- Orientierung, unter Berücksichtigung historisch gestalterischer Aspekte. Eine Spitzenleistung von ca. 340 KWp kann, unter Berücksichtigung der durch das Erneuerbare Energien Gesetz geregelten Einspeisevergütungen für Solarstrom, erreicht werden. Alle elektrischen Leitungssysteme werden halogenfrei ausgeführt. Die Sicherheitsbeleuchtung wird betriebskostenoptimiert über eine Zentralbatterie gepuffert.

Förderanlagen
Bei den Förderanlagen werden Standardmaße und -einrichtungen zur Investitions- und Betriebskostensenkung berücksichtigt.

Entwurfsteam: Franco Stella, Vincenza. Mitarbeiter: Michelangelo Zucchini. Mit Winkens Architekten (Koordination), BLS Energieplan GmbH (Technische Gebäudeausrüstung), Ingenieurbüro Schmid GmbH (Kosten), CRP Bauingenieure (Tragwerksplanung) alle Berlin

 

Weiteres zu diesem Entwurf:

(1) Der Architekturkritiker der ZEIT, Hanno Rauterberg, schrieb unter dem Titel „Eine Residenz der Kälte“ eine analytische Kritik zu diesem Entwurf.

 

7 Antworten zu “Entwurf Frank Stella (2008), 1. Preis des internationalen Wettbewerb”

  1. Michael Jelkmann sagt:

    Die Vorgabe für die Teilnehmer des Internationalen Wettbewerbes lautete: Die Rekonstruktion u.a. der drei barocken Außenfassaden des Berliner Schlosses von Schlüter und Eosander und der drei Innenfassaden des Schlüterhofes.
    Franco Stella hat sich nicht in allen Punkten an diese Vorgaben gehalten: So unterschlägt er den Rund-Erker rechts von Portal I an der Südostecke der ehem. Schloßplatzfassade.

    Problematisch finde ich die Aufgabe der ehem. Haupteinfahrt durch Portal III und die Aufgabe des Apothekerflügels.
    Die Entwürfe zur Spreefassade und zur völligen Neugestaltung des 1. Schloßhofes und der Westseite des Schlüterhofes erfüllen zwar die Vorgaben einer modernen Gestaltung, zeichnen sich aber durch eine postmoderne Belanglosigkeit aus.
    Allen am wundervollen Projekt „Humboldtforum“ Beteiligten wäre eine Exkursion nach Warschau zu empfehlen um von unseren polnischen Nachbarn zu lernen. Das dortige Schloß ist nach seiner kompletten Rekonstruktion nicht nur wieder Glanzpunkt der ebenfalls rekonstruierten Altstadt, sondern macht auch polnische Geschichte wieder erlebbar ohne beim Betrachter den Eindruck einer Kulisse zu vermitteln. Der preisgekrönte Entwurf von Franco Stella für Berlin läßt das Gegenteil befürchten. Vermutlich liegt das weniger am Unvermögen des Architekten, sondern vielmehr am geforderten Pasticcio aus „Historisch“ und „Modern“.
    Eine vollends überzeugende Lösung läge m.E. in einer völligen Rekonstruktion aller Außenfassaden und beider Innenhöfe des Schlosses, oder in einer wirlich modernen Architektur in der Kubatur des ehem. Schlosses!

  2. Andreas Frankenberg sagt:

    Dieser Entwurf wäre perfekt, wenn an der Spreeseite die Fassade des Palastes der Republik verwendet worden wäre. Was soll diese eine moderne Fassade jetzt eigentlich aussagen?

  3. SCHLOSSDEBATTE» Blogarchiv » Sprachlos sagt:

    […] sich angeblich der historischen Rekonstruktion unterordnet. Aufschlussreich ist auch gerade der Erläuterungstext des Architekten zu seinem Entwurf. Kein Sterbenswörtchen über die Nutzung, zu einer architektonischen Idee für […]

  4. Darius M. sagt:

    also manchmal ist da echt zu viel Glas im Spiel. ruhig mehr stein als glas!
    Ruhig ein paar säulen weniger und dafür ein paar dicker.
    sagen wir mal die hinterseite sind 26 säulen wenn ich die richtig gezählt habe dann hätte ich besser nur 22 gemacht dafür aber etwas dicker. Das es mehr nach Babylon aussieht.
    Aber ansonsten gefällt mir der Entwurf auch gut.
    Das auswärtige Amt hat einen Altbau und einen Neubau. Der Neubau sieht nicht so schön aus wie der Altbau.

  5. Darius M. sagt:

    viel stein kleine fenster. zeitlos.
    nichts steht einer neoklasszistischen architektur nach wie die in babylon dem alten rom washingtons und albert speers.

    postmoderne ist hößlich sehe kanzleramt.

  6. Frei sagt:

    Wieso macht man so viel Aufwand?
    Wieso wird Genie zahlreicher Architekten einfach zur Seite geschoben?
    Schloss muss in seiner historischen Form Wiederaufgebaut werden. Und nicht in einer monströsen Kopie der leblosen und trostlosen modernen Architektur.

  7. JTRN sagt:

    Ja, wieso wird das Genie zahlreicher Architekten einfach zur Seite geschoben – zugunsten einer öden historisierenden Schlossattrappe mit beliebieger Füllung?

    Das wiederaufgebaute Schloss wäre die leblose, monströse Kopie. Und trostlos wirkte der blockhafte, sich nach Außen abriegelnde Palazzo allemal.

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