A Question of Lust – Der Berliner Lustgarten a.d. 2057

Der Berliner Künstler, Architekt und Filmemacher J. Michael Birn führt uns mit seiner utopischen Bebauung rund um den Berliner Lustgarten in das Jahr 2057. Eine Utopie steht immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Zeit, die sie hervorgebracht hat. An vielen Utopien der Vergangenheit ist dieser Aspekt sogar der interessanteste.

Birns abbildendes Modell spiegelt in ironischer Weise die visionäre Kraft der Gegenwart wieder. Es ist nahe liegend darüber nachzudenken, wie sich Berlin mit einem rekonstruierten Schloss arrangieren würde. Würde der finanzielle Notstand ein Einkaufszentrum auf der ehemaligen Schlossfreiheit rechtfertigen? Wäre es im Sinne Schinkels aus Gründen der Sicherheitslage einen Flakturm einzuplanen? Stört ein Investorengeschoss oberhalb der Traufe und warum soll nicht eine Tankstelle an das Apothekenhaus erinnern? Die ausgehöhlten, auf der Rückseite unvollkommenen Baukörper verweisen darauf, dass Utopien austauschbar sind und wie wenig sich geplante Zukunft mit der dann eintretenden Realität deckt. Die Stärke der Utopie liegt woanders: in der Lust zur Veränderung und dem Eröffnen von unzähligen Möglichkeiten.

Installation ca. 400 x 400 cm, verschiedene Materialien, Berlin 2007; courtesy: atrans.org

Eine Antwort zu “A Question of Lust – Der Berliner Lustgarten a.d. 2057”

  1. Lotta sagt:

    Sieht gut aus. Man sieht irgendwie auch die Perspektiven erst immer am Modell, wie zum Beispiel die Kuppel des Schloasses zum Dom gehört oder die interessanten Sichtachsen. Ein berlinerisches La Defense, warum nicht, aber dann lieber am Tempelhof.

Hinterlassen Sie einen Kommentar




*