Palast im Exil

Der Berliner Künstler Fred Rubin, der sich schon mit mehreren Arbeiten mit dem Palast der Republik befasst hat, hat in der Südfranzösischen Stadt Bandol einen transferierten, transformierten Palast errichtet: Ein Pavillon  unter Verwendung von Bronze-Glas-Verglasungselementen des Palastes der Republik, die als Ersatzgläser vorgehalten waren. Am 10. Juli 2008 war Richtfest. /// 

 

1. Statement des Künstlers:

Ein grosser Palast geht, ein kleiner Palast kommt!
oder
Wieviel Vergangenheit benötigen wir auf dem Weg in die Zukunft?

Wir halten die Insignien eines Staates in Händen der sich übergeben hat und sein Inneres in dicken Brocken auf die Straße kotzt.

Was tun?
Fallen lassen, der Zerstörung preisgeben, oder mit dem Geschick eines Juweliers aufgreifen und eine neue Fassung geben, sagen wir ruhig um kluge und schöne Zeichen zu setzen, damit aus alten Fragmenten neue Strukturen entstehen.

Gesellschaftlich entwertete Objekte werden neu gedeutet und aufgewertet.

Selbstverständlich erscheinende Maßstäbe sind in Frage gestellt und verschoben. 

2. Statement des Auftraggebers Rudy Ricciotti:

Es scheint sehr erstaunlich, wie wenig Stimmen sich erheben, die enorme Verschwendung ökonomischer ENERGIEN zu beklagen, die mit der Zerstörung eines problemlos recycelbaren Bauwerks einhergehen.
Zahlreich sind die Beispiele von glücklich recycelten Bauwerken in Europa, wobei die Gebäudeproblematik meist schwieriger lag als dies beim Palast der Republik der Fall ist.

Jenseits der politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Dimension verweist uns die IDEE des Recycelns auf UNSERE Verantwortung gegenüber UNSEREN ökologischen Verpflichtungen.
Im Klartext: endlich aufhören bei der Verschwendung der Energien ANDERER zu kollaborieren. Wir verweigern die KOLLABORATION mit dem ökonomisch unverantwortlichen und historisch unsinnigen Zynismus der Zerstörung des Palastes der Republik.

 

 

 

Palast-Transfer, Bandol 10.7.2008 

Eine Antwort zu “Palast im Exil”

  1. Bernd E. Ludwig sagt:

    Zum Stadtschloss: allen an der Diskussion Beteiligten darf, nein muss zugerufen werden: “der Worte sind genug gewechselt . . . ” – es ist an der Zeit, nunmehr mit dem Schloßbau endlich zu beginnen. Noch immer “Zögernde” können sich doch in Dresden überzeugen, wie eine solcher, teilweise rekonstruktiver Aufbau gelöst werden kann. Architekt P. Kulka hat hier, in DD Gültiges geleistet. Das Dresdner Residenzschloss ( Fertigstellung 2014 ) ist schon heute beeindruckend. Allen, die sich einst über Jahrzehnte dem Abriss der Ruine wiedersetzten, ist dies eine späte Genugtuung.
    Das Berliner Schloß wird dem Zentrum der Hauptstadt Identität
    zurück gewinnen. B. E. L.

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