Kein Geld bis 2013

Das prominenteste Bauprojekt der Bundesregierung in der Hauptstadt ist vorerst gestrichen: Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist den Sparzwängen zum Opfer gefallen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin mitteilte. In den kommenden drei Jahren wird kein Geld fürs Schloss aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt, so dass mit dem Neubau frühestens 2014 begonnen werden kann. Mit der Entscheidung der schwarz-gelben Koalition, zwischen 2011 und 2013 keine Steuergelder bereitzustellen, ist der Bau vorerst nicht realisierbar. (AFP) mehr »

Oberlandesgericht weist Klage Kollhoffs zurück

Mit seinem Urteil vom 2.12.2009, dass nun auch schriftlich vorliegt,  entbindet das Oberlandesgericht Düsseldorf den Bauherren des Schlosswiederaufbaus der Pflicht, die Eigenangaben der Architekten und Wettbewerbssiegers Franco Stella bzgl. seiner Teilnahmeberechtigung am Wettbewerb zu prüfen. Damit kann der Architekt den Planungsauftrag wahrnehmen, obwohl er de facto vermutlich die Teilnahmebedingungen nicht erfüllt hat. mehr »

Zurück auf Anfang bei der Schloß-Rekonstruktion!

Seit 1990 hätte man die archäologischen Grabungen am Schlossareal durchführen können. Doch das war nicht gewollt. Bund und Land Berlin ermöglichten die Grabungen erst nach Abschluss des Wettbewerbs. Wenn alles nach Plan gegangen wäre, hätten diese dann keinen wesentlichen Einfluss auf das Schlossprojekt nehmen können. Doch nun kommt alles andere. Uns so sieht Dieter Hoffmann-Axthelm das Scheitern der Architektenbeauftragung als eine Chance, dass über die Rekonstruktion nochmals neu nachgedacht werden kann. mehr »

Schlosskritiker erwirkt Urteil gegen Förderverein Berliner Schloss e.V.

Förderverein Berliner Schloss e.V. muss mehrere unwahre Behauptungen öffentlich widerrufen. Kritiker Philipp Oswalt durch rechtskräftige Gerichtsentscheidung bestätigt. mehr »

Der schöne Schein des Profitcenters

Scheinakteure, falsche Zertifizierungen, fehlende Kontrollen, frisierte Machbarkeitsstudien, geschönte Bilanzen, irreführende Werbung und Fehlinformation der Öffentlichkeit. Doch hierbei geht es nicht um die Finanzmarktkrise, sondern um das Berliner Schloss. Text von Friedrich Ochs mehr »

Stellas Beauftragung vom Bundeskartellamt verworfen

Das Bundeskartellamt hat am 11.9.2009 entschieden, dass die Beauftragung an Franco Stella für den Schlosswiederaufbau unrechtmässig erfolgte. Er erfüllte offenkundig nicht die Teilnahmeberechtigung für den Wettbewerb, und war zudem auch selber keineswegs in der Lage, den Auftrag auszuführen, mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 100.000 Euro und lediglich einem Mitarbeiter  (der nach dem Wettbewerb zudem arbeitssuchend war). Stella war nach Einschätzung des Kartellamts bei der gebildeten Arbeitsgemeinschaft mit Hilmer und Sattler Architekten und Gerkan Marg und Partner lediglich Subauftragnehmer, während die Projektleitung bei einem Büromitglied von Hilmer & Sattler und Albrecht Architekten lag. Innerhalb des Konsortiums gab es zudem bereits vor dem Vetragsabschluss deutliche Meinungsverschiedenheiten. Gegen das Urteil des Bundeskartellamtes hat der Bund Widerspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Dieses hat Anfang Dezember 2009 letztinstanzlich entschieden, dass der Vertrag ungültig ist. Eine Notwendigkeit, die Teilnahmeberechtigung von Stellas zu prüfen, sah er allerdings nicht. Somit kann der Bund mit Stella einen neuen Vertrag abschliessen.

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New York Times berichtet kritisch über das Schlossprojekt

Am ersten Januar 2009 erschien unter dem Titel „Rebuilding a Palace May Become a Grand Blunder“  ein vernichtende Kritik an dem Vorhaben des Schlosswiederaufbaus  von Michael Kimmelman in der New York Times. Gleich zu Beginn bringt er das Probleme auf den Punkt:  „The saga of the Schloss, a cultural misadventure from the start, captures Berlin in a nutshell, as a city forever missing the point of itself.“ mehr »

Das Hohenzollern-Schloss und Beifall von der falschen Seite

Von seltener Einmut ist die Berichterstattung der ausländischen Presse und der rechten Ideologen der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ bei der Debatte zum Wiederaufbau des Berliner Schloss. Denn beide verweisen auf den sonst peinlichst verschwiegenen Umstand, dass es hierbei um den Wiederaufbau der Hohenzollern-Residenz geht. mehr »

Und hinter jedem Schloss ein Riegel

In einem charmanten Essay in der Frankurter Allgemeinen Sonntagszeitung resümiert der Journalist und Publizist Peter Richter den Stand der Schlossdebatte nach der Wettbewerbsentscheidung. Er bemüht sich um konstruktiven Optimismus: „Wir erklären jetzt auch einfach mal, dass wir sehr, sehr, SEHR glücklich und zufrieden seien mit dieser Entscheidung. Wir wollen, dass das jetzt so gebaut wird, und dann wollen wir bitte nie, nie, NIEMALS wieder irgendetwas davon hören. Schluss mit der Schlossdebatte, wir können es nicht mehr hören, wir haben auch noch anderes zu tun.“ Doch es fällt nicht ganz leicht. „Man möchte jetzt schon alle gemeinsam mal in den Arm nehmen und trösten. Aber eigentlich waren wir ja fest entschlossen, uns zu freuen. Wir arbeiten noch dran.“ Hier der ganze Text.

Wen fördert der „Förderverein“?

Nach intensiver Recherche publizierte der Journalist Helmut Lorscheid folgenden Artikel zum Förderverein Berliner Schloss in der Internetzeitung Telepolis mehr »

Traumatisierte Politiker und die Zerstörung von Geschichte

Nach der Wettbewerbsentscheidung führte Stefanie Dörre vom Berliner Stadtmagazin Tip ein Gespräch mit Philipp Oswalt über das Wettbewerbsverfahren, den Entwurf von Franco Stella und die Zukunft des Ortes

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Kein-Schloss-in-meinem-Namen.de

Nach Ansicht der Initiatoren soll der Schlossnachbau im Herzen der Hauptstadt identitätsstiftend für das wiedervereinte Berlin und Deutschland sein. Allerdings rief das Vorhaben seit Anbeginn einen gesellschaftlichen Dissens hervor. In der Aktion Kein-Schloss-in-meinem-Namen.de artikulieren Bürger ihr Nichteinverständnis mit dem Vorhaben. mehr »

Ja zum Schloss!

Ich sage Ja zum Schloss, weil der Bundestag ja gesagt hat!
Ich sage Ja zum Schloss, weil heutige Architekten nicht bauen können!
Ich sage Ja zum Schloss, weil es dann mit der Wirtschaft aufwärts geht!
Ich sage Ja zum Schloss, weil früher alles besser war!
Ich sage Ja zum Schloss, weil es jegliche Nutzung aufnehmen kann!
Ich sage Ja zum Schloss, weil es Honecker schon wollte!
Ich sage Ja zum Schloss, weil eine europäische Hauptstadt ein Schloss braucht!
Ich sage Ja zum Schloss, weil ich endlich Deutsche Geschichte vergessen will!
Ich sage Ja zum Schloss, weil Berlin schön werden soll!
Ich sage Ja zum Schloss, weil ich nein sage zum Sozialismus!
Ich sage Ja zum Schloss, weil ich darüber nicht mehr diskutieren will!

Urteil des Landgericht Berlin bestätigt Kritiker des Förderverein Berliner Schloss e.V.

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Warum diese Plattform?

Als konstruktives Forum soll in Form eines Internetbloggs nicht nur über die laufenden Prozesse und Entscheidungen informiert werden, sondern auch die Debatte um die anstehende Nutzungskonzeption bereichert und kritisch kommentiert werden. Als kritische (Gegen-) Öffentlichkeit versteht sich der Blog als Informations- und Diskussionsforum, in der die Debatte fundiert und konstruktiv kommentiert und begleitet wird. Hier wird Fundamentalkritik an dem umstrittenen Projekt ebenso wie konstruktive Vorschläge zur intelligenten Umsetzung des Bundetagsbeschluss ihren Ort haben. Der Blog Schlossdebatte versteht sich als Plattform für alle kritischen Geister, die weder resigniert haben noch als gehorsame Untertanen sich einem fragwürdigen Bundestagsbeschluss ohne Widerrede ergeben.///

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Der Dissens wird nie aufhören

Hannes Swoboda, österreichischer Europapolitiker und ehemaliger Vorsitzender der Internationalen Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ über die damalige Empfehlung der Expertenkommission aus heutiger Sicht und die Rolle des Schlossvereins. ///

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Parzinger auf Kurs gebracht

Ende Februar 2008 plädierte der designierte Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Hermann Parzinger für einen freieren Umgang mit der Vorgabe der Fassadenrekonstruktion beim Bau des Humboldtforums. Wenig Tage später war der neue Ton schon wieder verflogen. /// mehr »

Geschichts(ab)riss

Nina Brodowski versteht die Debatte um die Rekonstruktion des Berliner Stadtschloss als symptomatisch für den Umgang mit dem städtebaulichen Erbe der DDR. Der Wunsch nach der Rekonstruktion des Schlosses wird in dem 2005 publizierten Aufsatz nicht nur als repräsentativ für die in der BRD verfolgte Stadtgestaltung analysiert, sondern auch beschrieben als  Bedeutungsträger, der Aufschlussreiches über das Selbstverständnis unserer Gesellschaft bereithält. ///
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Das Stadtschlossgeschäft

Die treibende Kraft hinter dem Beschluss zur Rekonstruktion des Berliner Schlosses ist der Förderverein Berliner Schloss des Hamburger Kaufmanns Wilhelm von Boddien. In den Medien tritt von Boddien als der wichtigste Fürsprecher und Repräsentant des Projektes auf und wird zuweilen auch als ‚Schlossherr‘ tituliert. Für den Bundestagsbeschluss zur Rekonstruktion der Barockfassaden war das Versprechen des Fördervereins Berliner Schloss, die genannten Mehrkosten von 80 Millionen Euro für die Rekonstruktion über Spenden zu finanzieren, wichtig. Angeblich verfügte der Verein bereits damals schon über mehrere Millionen an Spendenzusagen, was eine wichtige zivilgesellschaftliche Legitimation des Beschlusses darstellte. Inzwischen erwies sich dies als haltloses Versprechen – trotz sechsjährigem Werben ist ein Spendenfinanzierung nicht in Sicht. Welche Rolle der Förderverein spielt, welche Interessen verfolgt und welchen Einfluss er auf das Projekt nimmt, wird im Folgenden von Philipp Oswalt dargelegt. ///

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Downloads »Politik«

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