Trauer um die Schloss Freiheit

Über fünfhundert Jahre lang beherrschte die Zwingburg der Hohenzollern den Treffpunkt aller heimlichen Liebschaften der Zwillingsstadt Berlin-Cölln, zentral gesetzt zum Eintreiben von Steuern, wuchs zur barocken Residenz und zu wilhelminischem Wahn. Erst durch die gemeinsame Anstrengung von zwei deutschen Staaten (DDR und BRD) konnte die Spreeinsel endlich von allen Schlössern und Palästen befreit werden. Am 12.06.2013 soll der Grundstein für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses gelegt werden. Ist der kurze Frühling der Schloss-Freiheit schon vorbei?

Ein Stilles Gedenken der Schloss-Freiheit am Mittwoch, den 12.06.2013 mehr »

Ein Schloss erbaut

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A Question of Lust – Der Berliner Lustgarten a.d. 2057

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Hat der Architekt Stella betrogen?

Nach Aussagen des Kunstmagazins “Art” hat der mit dem Bau des Humboldtforums beauftragte Architekt Franco Stella bei seiner Wettbewerbsteilnahme falsche Tatsachen vorgespiegelt und sich so unrechtmäßig die Teilnahmeberechtigung erschlichen. Offenkundig kann das Magazin diesen Sachverhalt inzwischen belegen, der bereits Inhalt eines Rechtsstreits war. Zum Weiterlesen: ART Heft August 2011: Bedingt planungsbereitDie Welt 22.7.2011: Ein Schloss, auf Blamagen gebaut. Berliner Morgenpost, 23.7.2011: Stadtschloss-Skandal lässt Verantwortliche kalt, FAZ 24.7.2011: Zwei Wahrheiten über Franco Stella

Eine halbe Milliarde wofür?

Es ist vollbracht: Der Bundestag hat die Investitionsmittel des Bundes für das Berliner Schloss in Höhe von 478 Millionen Euro am 6. Juli 2011 beschlossen und zum größten Teil auch freigegeben. Damit hat das Schlossprojekt die letzte entscheidende Hürde genommen. Eine halbe Milliarde ist viel Geld, zumal für ein in der Öffentlichkeit sehr umstrittenes Projekt. Und doch: Den Schlussbefürwortern Wolfgang Thierse und Andre Schröder ist es nicht genug, sie wollen noch mehr Geld: für Kuppel und Portale.

Mit dem Fordern ist kein Ende, doch was bekommen wir dafür? Ein Kommentar von Friedrich Ochs mehr »

Die jüdische Rekonstruktionsdebatte um den 3. Tempel

Die älteste literarische und zugleich politisch vielleicht bedeutendste Debatte über die Rekonstruktion eines Bauwerks in der Kulturgeschichte des Abendlandes hat seltsamer Weise in der Diskussion der letzten Jahre keine Rolle gespielt, obgleich an ihr die wesentlichen Fragen in hervorragender Weise verhandelt werden können: Der israelitische Tempel. Im folgenden Text  stellt Franziska Bark Hagen nach einer Einleitung von Philipp Oswalt die innerbiblische Debatte exemplarisch an den alttestamentarischen Positionen von Haggai und  Ezechiel dar. mehr »

Ein Museum, das zum Erschrecken anhält

Am 25. Mai stellte Franco Stella und die Stiftung „Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum“ im Audimax der Humboltduniversität Berlin die überarbeiteten Pläne für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses vor. Plattformnachwuchsarchitekten berichten im Folgenden von dem Abend. mehr »

Abriss der Rekonstruktion

Die Welt und ihr Double. Abriss der Rekonstruktion: Eine Konferenz Ende Mai 2011 am Bauhaus Dessau befasst sich mit Rekonstruktionen von Architektur, Mensch, Natur und Religion. mehr »

Schloss-Einblicke

Keine Angst. Wer dachte, die jüngsten Sparbeschlüsse verzögerten oder verhinderten den Schlossbau, kann sich beruhigt zurücklehnen. Der Sparbeschluss erspart dem Bauministerium lediglich das Eingeständnis, dass seine ursprüngliche Zeitplanung nicht zu halten war. Die Vorarbeiten für das Bauvorhaben gehen munter weiter. Was der Stand der Dinge ist, berichten Jürg Jenatsch und Matthias Boldt. mehr »

Geschichte der Rekonstruktion | Konstruktion der Geschichte

In der Öffentlichkeit wie in Fachkreisen wird um das Thema »Rekonstruktion« seit Jahren eine heftige, emotional aufgeladene Debatte geführt. Rekonstruiert wurde jedoch seit der Antike aus verschiedenen Gründen sowie mit wechselndem Verständnis von »Wiederherstellung«. In der Ausstellung des Architekturmuseums werden anhand von circa 150 repräsentativen Fallbeispielen verschiedene Beweggründe für die Rekonstruktion verlorener Bauten präsentiert und analysiert. Der Bogen spannt sich von Rekonstruktionen aus Gründen religiöser Kontinuität oder aus nationalen Überlegungen bis hin zu Wiederaufbauten zur Erfüllung ästhetischer oder kommerzieller Wünsche. Mit Modellen, Gemälden, Plänen, Fotos und Animationen wird ein ebenso spannender wie lehrreicher Einblick in ein kontroverses Thema gegeben.

Ausstellung in der Pinakothek der Moderne München bis 31.10.2010

Volksbuchpalast

Am 29. Juni erschien in der Süddeutschen Zeitung unter diesem Titel ein bemerkenswerter Artikel des bekennenden Schlossbefürworters Gustav Seibt, der leider nicht im Internet veröffentlicht wurde. Ebenso wie sein Kollege Andreas Kilb von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist Seibt zwar für die Fassadenrekonstruktion, aber beide halten von der Idee des Humboldtforums nichts. Den Vorschlag von Kilb, die Gemäldegalerie ins Schloss zu bringen, findet Seibt plausibel und immerhin keinen Fehler, doch präferiert er mit der Rückseite der Museumsinsel einen anderen Standort für eine solche Verlagerung. mehr »

Kulturlose Politik

In allen Phasen des Projektes Berliner Schloss hat das politische Interesse über kulturelle Ideen dominiert. Und so waren es stets die politischen Kräfte, welche die Gremien und Juries majorisierten. Diese Tradition setzt die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum mit der Besetzung ihrer Gremien fort. Die Besetzung seines so eben berufenen Kuratoriums ist bezeichnend: Acht Politiker (bis auf einen alle im Ruhestand), vier aktive Wirtschaftschefs (u.a. Josef Ackermann und Wolfgang Mayrhuber), drei Kulturfunktionäre. Eine repräsentative Zusammensetzung wie schon bei der Jury des Architektenwettbewerbs 2008, bei der die Politiker die Mehrzahl der Jurymitglieder stellten und sich quasi selbst berieten. mehr »

Das Sparschloss

Am 7. Juni wurde die Verschiebung des Baus des Berliner Schloss als Teil des Sparpakets der Bundesregierung beschlossen. Die Regierung will damit den Haushalt entlasten, während andere kritisieren, dass mit dem Beschluss gar nichts gesparrt wird, im Gegenteil. Ein Text zu den Hintergründen der Diskussion und dem Stand der Dinge von Philipp Oswalt.

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Kein Geld bis 2013

Das prominenteste Bauprojekt der Bundesregierung in der Hauptstadt ist vorerst gestrichen: Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist den Sparzwängen zum Opfer gefallen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin mitteilte. In den kommenden drei Jahren wird kein Geld fürs Schloss aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt, so dass mit dem Neubau frühestens 2014 begonnen werden kann. Mit der Entscheidung der schwarz-gelben Koalition, zwischen 2011 und 2013 keine Steuergelder bereitzustellen, ist der Bau vorerst nicht realisierbar. (AFP) mehr »

Wollen wir uns das Berliner Schloss noch leisten?

Unter diesem Titel schrieb der Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Patrick Bahners  ein Tag vor der Sparklausur der Bundesregierung einen kritischen Artikel über die “kulturbürokratische Idee des ‘Humboldt-Forums’, der insbesondere das unausgegorene Nutzungskonzept reflektierte.

Link zum Artikel vom 5.6.2010

Oberlandesgericht weist Klage Kollhoffs zurück

Mit seinem Urteil vom 2.12.2009, dass nun auch schriftlich vorliegt,  entbindet das Oberlandesgericht Düsseldorf den Bauherren des Schlosswiederaufbaus der Pflicht, die Eigenangaben der Architekten und Wettbewerbssiegers Franco Stella bzgl. seiner Teilnahmeberechtigung am Wettbewerb zu prüfen. Damit kann der Architekt den Planungsauftrag wahrnehmen, obwohl er de facto vermutlich die Teilnahmebedingungen nicht erfüllt hat. mehr »

Wollen Sie adelig werden und damit den Schlossaufbau unterstützen?

Auf Ebay bietet die Stadtschloss Berlin Initiative im März 2010 sogenannte “Adelsdiplome” mit Wappenrecht für 49,90 Euro an. Dort heißt es “WERDEN SIE MITGLIED DER ADELSGESELLSCHAFT UND BAUEN DAS BEDEUTENDSTE DEUTSCHE SCHLOSS MIT AUF”. Man bekommt eine repräsentative Mitglieds-Ernennungsurkunde und das Wappen der Adelsgesellschaft inkl.Wappenrecht für private und geschäftliche Nutzung. Gleichzeitig gehen für jede Mitgliedschaft 5 Euro an die Initative für den Aufbau des Berliner Schlosses. Anbieter ist Oliver Orfali Graf von Rothenstein Lord of Glenmore” /STILTEC Agentur für eCommerce*Corporate Design*Journalismus in Berlin-Wilmersdorf.

Barock trifft abgehängte Akustikdecke

Der “Wiederaufbau” des Braunschweiger Schlosses ist im wesentlichen für seine Fassade und das dahinterliegende Shopping-Center bekannt. Aber zwischen Fassade und Shoppingcenter befinden sich mit Stadtbibliothek und Stadtarchiv zwei kulturelle Einrichtungen. Das Büro Stuhlemmer Architekten, Berlin hatte den Auftrag, deren Räumlichkeiten für 1,2 Millionen eine schlossähnliche Anmutung zu geben. mehr »

Erker im Plattenbau – die Entdeckung der historischen Stadt in der DDR

Florian Urban über postmoderne Rekonstruktionen im Ostberliner Zentrum der Achtziger Jahre

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Rekonstruktion der Meisterhäuser in Dessau

Nicht nur in Berlin, und nicht nur Barock wird rekonstruiert. Vor zwei Jahren beschloss die Stadt Dessau, die im Krieg zerstörten Meisterhäuser des Bauhauses von Gropius und Moholy-Nagy annähernd wiederaufzubauen. Doch die Entwicklung und Realisierung des Vorhabens erweist sich nicht zu letzt wegen widersprechender Vorstellungen der verschiedenen Akteure als schwierig. Manche der Probleme zeigen erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem Berliner Schlossprojekt: Der Wunsch nach möglichst exakter Rekonstruktion der äußeren Erscheinung, ein wenig überzeugendes Nutzungskonzept, Originalbauteile im Untergrund etc. Hier zwei aktuelle Texte zum Thema von dem freien Journalisten Günter Kowa sowie dem Dirketor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt mehr »

Schlosskritiker erwirkt Urteil gegen Förderverein Berliner Schloss e.V.

Förderverein Berliner Schloss e.V. muss mehrere unwahre Behauptungen öffentlich widerrufen. Kritiker Philipp Oswalt durch rechtskräftige Gerichtsentscheidung bestätigt. mehr »

Der schöne Schein des Profitcenters

Scheinakteure, falsche Zertifizierungen, fehlende Kontrollen, frisierte Machbarkeitsstudien, geschönte Bilanzen, irreführende Werbung und Fehlinformation der Öffentlichkeit. Doch hierbei geht es nicht um die Finanzmarktkrise, sondern um das Berliner Schloss. Text von Friedrich Ochs mehr »

Stellas Beauftragung vom Bundeskartellamt verworfen

Das Bundeskartellamt hat am 11.9.2009 entschieden, dass die Beauftragung an Franco Stella für den Schlosswiederaufbau unrechtmässig erfolgte. Er erfüllte offenkundig nicht die Teilnahmeberechtigung für den Wettbewerb, und war zudem auch selber keineswegs in der Lage, den Auftrag auszuführen, mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 100.000 Euro und lediglich einem Mitarbeiter  (der nach dem Wettbewerb zudem arbeitssuchend war). Stella war nach Einschätzung des Kartellamts bei der gebildeten Arbeitsgemeinschaft mit Hilmer und Sattler Architekten und Gerkan Marg und Partner lediglich Subauftragnehmer, während die Projektleitung bei einem Büromitglied von Hilmer & Sattler und Albrecht Architekten lag. Innerhalb des Konsortiums gab es zudem bereits vor dem Vetragsabschluss deutliche Meinungsverschiedenheiten. Gegen das Urteil des Bundeskartellamtes hat der Bund Widerspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Dieses hat Anfang Dezember 2009 letztinstanzlich entschieden, dass der Vertrag ungültig ist. Eine Notwendigkeit, die Teilnahmeberechtigung von Stellas zu prüfen, sah er allerdings nicht. Somit kann der Bund mit Stella einen neuen Vertrag abschliessen.

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Von der Stadt abgewandt, und sehr modern

Eine städtebauliche und architektonische Kritik des Wettbewerbsentwurf von Franco Stella. Von Philipp Oswalt mehr »

Eine Haut massiver Mauern

Der Sieger des Wettbewerbs Franco Stella äußert sich in diesem Interview über die Umsetzung des Projektes, seine architektonischen Ideen und den konkurrierenden Entwurf von Kühn-Malvezzi. mehr »

Stella, Stimmann, Sattler und „die geistige Mitte der Nation“?

Hier eine präzise und kritische Analyse der Entwürfe des Wettbewerbes durch den Architekten J.Jenatsch. Leider hat in der bisherigen Medienberichterstattung eine solch gründliche Betrachtung gefehlt. Nun wird sie hier endlich nachgeholt. mehr »

Zustimmung zur Schadensbegrenzung

Die Architekturzeitschrift die Bauwelt bat drei der Jurymitglieder des Wettbewerbsverfahren um eine Stellungnahme zum Wettbewerb. Wie wenig diese vom Wettbewerbsergebnis trotz ihres einstimmigen Votums überzeugt sind, geht aus den Antworten hervor, von denen wir hier die des italienischen Architekten Giorgio Grassi publizieren. mehr »

New York Times berichtet kritisch über das Schlossprojekt

Am ersten Januar 2009 erschien unter dem Titel ”Rebuilding a Palace May Become a Grand Blunder”  ein vernichtende Kritik an dem Vorhaben des Schlosswiederaufbaus  von Michael Kimmelman in der New York Times. Gleich zu Beginn bringt er das Probleme auf den Punkt:  ”The saga of the Schloss, a cultural misadventure from the start, captures Berlin in a nutshell, as a city forever missing the point of itself.” mehr »

Das Hohenzollern-Schloss und Beifall von der falschen Seite

Von seltener Einmut ist die Berichterstattung der ausländischen Presse und der rechten Ideologen der Wochenzeitung „Junge Freiheit” bei der Debatte zum Wiederaufbau des Berliner Schloss. Denn beide verweisen auf den sonst peinlichst verschwiegenen Umstand, dass es hierbei um den Wiederaufbau der Hohenzollern-Residenz geht. mehr »

Fassade durch Nutzung gefährdet? – Rekonstruktionsbefürworter kritisieren Humboldt-Forum

Die Gesellschaft Berliner Schloss (GBS) fragt sich, “welche Gefahren die vorgesehene moderne Nutzung hinter den historischen Fassaden birgt.” Denn: “Gerade jene wiederaufgebauten Residenzschlösser erfahren die höchste Akzeptanz, deren aktuelle Funktion und Innenraumdisposition nicht im Gegensatz zu ihrer äußeren Gestalt und historischen Bedeutung steht.” mehr »

Eine Residenz der Kälte

Die halb modernen Pläne für den Bau des Berliner Schlosses sind desaströs, meint der Architekturkritiker der ZEIT, Hanno Rauterberg in seiner scharfen Kritik des Entwurfes von Franco Stella. Dann doch lieber die Totalrekonstruktion. 

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28:5 – Fast jeder Einsatz gewinnt!

Ein Blick in das Juryprotokoll des internationalen Wettbewerbs zum Wiederaufbau Berliner Schloss/ Bau des Humboldt-Forums. mehr »

Und hinter jedem Schloss ein Riegel

In einem charmanten Essay in der Frankurter Allgemeinen Sonntagszeitung resümiert der Journalist und Publizist Peter Richter den Stand der Schlossdebatte nach der Wettbewerbsentscheidung. Er bemüht sich um konstruktiven Optimismus: ”Wir erklären jetzt auch einfach mal, dass wir sehr, sehr, SEHR glücklich und zufrieden seien mit dieser Entscheidung. Wir wollen, dass das jetzt so gebaut wird, und dann wollen wir bitte nie, nie, NIEMALS wieder irgendetwas davon hören. Schluss mit der Schlossdebatte, wir können es nicht mehr hören, wir haben auch noch anderes zu tun.” Doch es fällt nicht ganz leicht. “Man möchte jetzt schon alle gemeinsam mal in den Arm nehmen und trösten. Aber eigentlich waren wir ja fest entschlossen, uns zu freuen. Wir arbeiten noch dran.” Hier der ganze Text.

Wen fördert der “Förderverein”?

Nach intensiver Recherche publizierte der Journalist Helmut Lorscheid folgenden Artikel zum Förderverein Berliner Schloss in der Internetzeitung Telepolis mehr »

Traumatisierte Politiker und die Zerstörung von Geschichte

Nach der Wettbewerbsentscheidung führte Stefanie Dörre vom Berliner Stadtmagazin Tip ein Gespräch mit Philipp Oswalt über das Wettbewerbsverfahren, den Entwurf von Franco Stella und die Zukunft des Ortes

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Kein-Schloss-in-meinem-Namen.de

Nach Ansicht der Initiatoren soll der Schlossnachbau im Herzen der Hauptstadt identitätsstiftend für das wiedervereinte Berlin und Deutschland sein. Allerdings rief das Vorhaben seit Anbeginn einen gesellschaftlichen Dissens hervor. In der Aktion Kein-Schloss-in-meinem-Namen.de artikulieren Bürger ihr Nichteinverständnis mit dem Vorhaben. mehr »

Entwürfe für das Berliner Schlossareal

Mit der Entscheidung der Jury zur Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses am 28. November 2008 wurde der Entwurf von Francesco Stella prämiert. Dieser setzte die Vorgaben des Bundestages konsequent um, und schreibet damit die Probleme fort, die bereits mit der Auslobung fixiert waren. Im Bereich “Städtebau und Architektur” stellen wir Frank Stellas andere Entwürfe aus dem Wettbewerbsverfahren wie der Debatte der letzten 15 Jahre gegenüber, die andere Wege und Formen von Rekonstruktion aufzeigen. Und damit Fragen zum Geschichtsbild, zu Städtebau und Architektur beantworten, denen sich Stella in seiner Folgsamkeit gegenüber dem politischen Willen nicht einmal gestellt hatte.

Entwurf Frank Stella (2008), 1. Preis des internationalen Wettbewerb

Der Gewinner der internationalen Wettbewerbs 2008 setzte die politischen Vorgaben konsequent um. Aufbauend auf der verlangten Fassadenrekonstruktion konzipiert er einen idealisierten, quasi zeitlosen Baukörper. Während Bauminister Tiefensee und Wilhelm Boddien jubelten, wurde offensichtlich, dass die Mehrheit der Fachpreisrichter (Architekten) den Sonderpreis von Kühn-Malvezii favorisiert hatten. mehr »

Entwurf Kuehn Malvezzi (2008), Sonderpreis beim internationalen Wettbewerb

Der Entwurf der Berliner Architekten für den Wettbewerb gilt als eigentlicher Favorit der Fachjuroren und erhielt einstimmig den mit 60.000 dotierten Sonderpreis. Damit steht er fast gleichrangig zum ersten Preis da, auch wenn er punktuell gegen die Auslobungsbedingungen verstieß, weil er keine Kuppel vorsah. Von Politik und konservativer Presse wird der Entwurf weitgehend verschiegen, weil eine Debatte über Alternativen zum Ersten Preis nicht erwünscht ist. mehr »

Ja zum Schloss!

Ich sage Ja zum Schloss, weil der Bundestag ja gesagt hat!
Ich sage Ja zum Schloss, weil heutige Architekten nicht bauen können!
Ich sage Ja zum Schloss, weil es dann mit der Wirtschaft aufwärts geht!
Ich sage Ja zum Schloss, weil früher alles besser war!
Ich sage Ja zum Schloss, weil es jegliche Nutzung aufnehmen kann!
Ich sage Ja zum Schloss, weil es Honecker schon wollte!
Ich sage Ja zum Schloss, weil eine europäische Hauptstadt ein Schloss braucht!
Ich sage Ja zum Schloss, weil ich endlich Deutsche Geschichte vergessen will!
Ich sage Ja zum Schloss, weil Berlin schön werden soll!
Ich sage Ja zum Schloss, weil ich nein sage zum Sozialismus!
Ich sage Ja zum Schloss, weil ich darüber nicht mehr diskutieren will!

Ein Ende der Wundpflege

In einem brillianten Aufsatz analysiert der Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt, was sich beim Umgang mit alter Bausubstanz geändert hat. Beitrag zur Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz in Leipzig mehr »

Instant Barock? Das Schloss 2015

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Wozu nutzt das Humboldt-Forum?

 

Aufgrund des Fassadenstreits wurde das Nutzungskonzept für das Humboldt-Forum bislang nicht kritisch diskutiert. Doch ein Blick in die Auslobung des zur Zeit laufenden Architektenwettbewerbs zeigt: Die Nutzfläche wurde mehr als halbiert, ohne die Konzeption zu ändern oder weiterzuentwickeln. Die ethnologischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Berliner Landesbibliothek werden in unverantwortlicher Weise fragmentiert und auseinandergerissen. Wie Philipp Oswalt in diesem Beitrag aufzeigt, haben nicht die Kulturschaffenden das Wort, sondern die Politik, die das Projekt ihren fraglichen Legitimationsbedürfnissen unterwirft. /// mehr »

Warum wird die Schlossfassadenrekonstruktion einige Jahrzehnte dauern?

Atelier Hoferick Büste

Ein Gespräch, in dem der Berliner Steinbildhauer Andreas Hoferick, Restaurator und Experte für bildhauerische Rekonstruktion erklärt, warum die Rekonstruktion der Schlossfassade einige Jahrzehnte dauern wird und wo die Herausforderungen bei der professionellen Rekonstruktion liegen. ///

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Wie können Modernisten rekonstruieren?

Nicht zuletzt als Handreichung zum internationalen Realisierungswettbewerb Wiederaufbau Berliner Schloss 2008 ein Survival-Pack für Modernisten bei Rekonstruktionsaufgaben von Philipp Oswalt (Bildredaktion Laura Rottmann). ///

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