Ehrhardt Bödecker, ein rechtsradikaler Großspender

Eine Dokumentation von Philipp Oswalt

(1) Die Aktivitäten von Ehrhardt Bödecker

Ehrhardt Bödecker (1925 – 2016), Jurist und langjähriger Leiter der Weberbank, veröffentlichte in diversen Publikationen von Organisationen der „Neuen Rechte“ bzw. trat bei diesen auf.

Reliefmedaillons zur Würdigung der Großspender im Eosanderportal. Rechts Ehrhardt Bödecker mit seiner Frau Anneliese. Foto: Philipp Oswalt

 

Bekannt sind bislang:

  • Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (Vortrag „Preußen, ein Vorbild für Kultur und Lebensform“ 2005, Veröffentlichung der Texte „Preußen. Die antipreußische Gehirnwäsche“ 2001, „Preußen, ein Vorbild für Kultur und Lebensform“ 2005)
  • Institut für Staatspolitik (Vortrag über die Aktualität Preußens bei dem 12. Berliner Kollegs des Institut für Staatspolitik Preußen/ Zweihundert Jahre Preußische Revolution zum Thema: »Die Aktualität Preußens«, 2006)
  • Burschenschaft Normannia Nibelungen (Vortrag „Preußen als Idee für die Zukunft?“ 2007)
  • Junge Freiheit (Gastautor 2006 – 2010)
  • Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel (Veröffentlichung des Textes „Vae Victis, wehe den Besiegten“, 2002)
  • Verband deutscher Soldaten/ Soldat im Volk (Veröffentlichung des Interviewtextes „Uns fehlt, was Preußen war“, 2007)
  • Preußen-Institut (Vortrag „Die humanitäre Bilanz Preußens“, Jahrestagung 2007)
Bödecker war Mitglied in dem 1969 auf der Burg Hohenzollern gegründeten Zollernkreis. 2000 gründete er in Wustrau das Brandenburg-Preußen Museum als von ihm geleitetes Privatmuseum, dass bis zur Überarbeitung der Dauerausstellung nach seinem Rückzug im Jahr 2013 eine ausgesprochen fragwürdige und bellizistische Preußenverherrlichung präsentierte. Die Tageszeitung fasst deren Grundbotschaften zusammen: „Erstens war Preußen der beste Staat aller Zeiten; zweitens ist Preußen identisch mit Deutschland – Bayern, Badner und andere Hiwi-Völker sind nicht der Rede wert; und drittens waren die Franzosen immer schon die Feinde Deutschlands“ (Martin Ebner: Preussenmuseum feiert untoten Staat, Tageszeitung 03.01.2001). Bödecker wendet sich nach eigenen Worten damit gegen die „Mythen, die wir der amerikanischen Umerziehungspolitik verdanken“.

Wiederholt veröffentliche Bödecker ganzseitige Anzeigen jeweils in mehreren Tageszeitungen zu politischen Fragen. 2002 trieb ihn die „grauenhafte Situation in Europa und in der Bundesrepublik“ um und er forderte die Neuordnung der Bundesländer. 2010 propagierte er die Ablösung der Bundeskanzlerin Angela Merkel durch Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg.

Sein Buch „Preußen und die Wurzeln des Erfolgs“ wurde zuletzt als Lizenzausgabe im Kopp Verlag veröffentlicht, der rechtsesoterische, verschwörungstheoretische sowie rechtspopulistische und rechtsextreme Titel im Programm hat und zudem antisemitische und den Holocaust leugnende Titel anderer Verlage vertreibt. Von hier aus erfuhr das Buch besondere Aufmerksamkeit in rechtsradikalen Kreisen, wie z.B. mit einer positiven Rezension auf der Facebook-Seite der Nationale deutschvölkische Revolutionsbewegung NDVRB.

Bewerbung Bödeckers Buch auf einer rechtsradikalen Website.
Q:https://www.facebook.com/ndvrb/

 

(2) Die Äußerungen von Ehrhardt Bödecker

Folgende rechtslastigen Äußerungen tätigte Ehrhardt Bödecker:

 

Zu Judentum und Holocaust

Zum Ausschluss von Juden aus der Armee und Verwaltung des deutschen Kaiserreichs: „Das hatte nichts mit Antisemitismus zu tun, sondern Grund für diese Tendenz war der traditionelle Wunsch des Staates nach Homogenität der Armee und Verwaltung.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen – eine humane Bilanz, Olzog Verlag München 2010, S. 84)

Zum Ausmaß Holocaust: „inzwischen wissenschaftlich nachgewiesene Unrichtigkeit der behaupteten Zahl von 6 Millionen Opfer“. (Q: Ehrhardt Bödecker: Vae Victis, wehe den Besiegten. Schriften Brandenburg-Preußen Museum 1, Wustrau 2002, S. 8)

„Alle Friedensschlüsse bis 1918 […] folgten der christlichen Vergebungslehre und daher dem Gedanken der gegenseitigen Vergebung und des gegenseitigen Vergessens. […] Für das europäische Zusammenleben ist es als ein kultureller Verlust zu werten, daß dieser christliche Amnestie- und Vergessenheitsgedanke nicht mehr zum Bestandteil der europäischen Kultur gehört und an seine Stelle das talmudische ‚niemals vergessen‘ getreten ist.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Aufl. 2005, S. 109)

Laut Bödecker beruht die „Reeducation“ der Westalliierten auf dem Einfluss der in die USA exilierten, jüdischen Soziologen Herbert Marcuse, Theodor Adorno, Max Horkheimer und Erich Fromm. (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Auflage 2005, S. 8, 17, 19 u.a.)

2003 veröffentliche Bödecker in der Schriftenreihe seines Brandenburg-Preußen Museum den Aufsatz „Wie Political Correctness unser Geschichtsbild verzerrt“ von Franz Uhle-Wettler. In diesem benannte der geschichtsrevisionistischen Generalleutnant a.D. die Nichtveröffentlichung von David Irvings Buch „Goebbels: Mastermind of the Third Reich“ seitens St. Martin Press 1995 als Beispiel von Political Correctness und mithin als Unterschlagung historischer Wahrheiten im Sinne des Zeitgeist.

 

Zum Kaiserreich

Für die bürgerliche Revolution von 1848 benutzt er die Charakterisierung als ‚demokratische‘ Bewegung demokratisch nur in Anführungszeichen. (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Auflage 2005, S. 78)

Im Kaiserreich habe „die linke und linksliberale Presse wesentlich dazu beigetragen, die Regierungstätigkeit noch zusätzlich zu erschweren, indem sie die ideologischen, sozialen und religiösen Gegensätze schürte.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Auflage 2005, S. 82)

„Das parlamentarische System nutzt nur den Parteien und ihren Funktionären, dagegen nicht „ipso jure“ der Bevölkerung und dem Staat als Ganzem.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Auflage 2005, S. 49)

Er lobt die großartige Leistungen der deutschen Kaiserzeit, und kritisiert den Parlamentarismus, die Medien, und die Sozialdemokratie dieser Zeit, weil sie die Regierungstätigkeit erschwert hätten: „Wir können […] nur das größtes Bedauern empfinden, dass dieser erfolgreichste Staat der deutschen Geschichte durch die Gewalt der verantwortungslosen Kriegsgegner und der inneren Feind so traurig geendet hatte.“ (Q: Bödecker: Preußen – Die Antipreußische Gehirnwäsche, in: Deutschland-Journal der Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft, Fragen zur Zeit, 2001)

„Die Verfolgung und Tötung von Menschengruppen wegen ihrer Religion, ihrer Rasse oder ihres Herkommens hat es in den USA, in England, Russland und auch in Frankreich gegeben, aber niemals im Hohenzollernstaat Brandenburg-Preußen oder später in Preußen-Deutschland.“ (Q: Erhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2004, 2. Aufl. 2005, S. 69). Damit wird unter anderem der Völkermord an den Herero und Nama 1904 -1908 geleugnet.

Der Militarismus wird politisch gewollt verleumdet, was aber historisch betrachtet „ausgesprochen positiv“ (Q: „Uns fehlt, was Preußen war“, Interview Junge Freiheit, 21.2.2007, wieder abgedruckt in Soldat im Volk, März 2007)

 

Zur Vertreibung der Deutschen

„Die Vertreibung der Deutschen aus den häufig mit Bezeichnung Junkerland diskreditierten Gebieten des östlichen Teil des Reiches spielten seit 1939 eine wichtige Rolle in Großbritannien.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Auflage 2005, S. 105)

„Rund 2,5 Millionen Menschen“ seien bei der Vertreibung der Deutschen nach 1945 ums Leben gekommen. (Q: Ehrhardt Bödecker: Vae Victis, wehe den Besiegten. Schriften Brandenburg-Preußen Museum 1, Wustrau 2002, S. 11). Hingegen: Die Geschichtswissenschaften geht heute von 0,5 Mio. Todesopfern aus.

 

Zu Kriegsende und Nachkriegszeit

„Die Zerstörung Potsdams war ohne die geringste militärische Bedeutung. (…) ein Akt kultureller Barbarei.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Aufl. 2005, S. 105). Hingegen: Die historische Forschung hat nachgewiesen, dass die Bombardierung zur Unterstützung des zwei Tage später stattfindenden Angriff aus Berlin erfolgte und einem Rüstungsbetrieb und dem Bahnhof als Nachschublinie galt.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs habe zur  „Selbstvergottung der Sieger“ geführt, die „das politisch Ziel der persönlichen Demütigung und Erniedrigung der Deutschen, der Untergrabung unsres nationalen Selbstbewußtseins“ verfolgten. Die westlichen Siegermächte als „ausländischen Umerzieher“ hätten sich auf eine „besondere Demütigung geeinigt, indem sie den Deutschen eine Art Gehirnwäsche verordneten, die als Reeducation oder Umerziehung in die Nachkriegsgeschichte eingegangen ist.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Vae Victis, wehe den Besiegten. Schriften Brandenburg-Preußen Museum 1, Wustrau 2002, S. 7/8, 10)

Das bundesdeutsche Grundgesetz habe einen „Geburtsmarkel“, dass es im Gegensatz zu den Verfassungen Preußens und des Deutschen Reichs „ursprünglich nicht einmal eine parlamentarische Anerkennung erfahren“ habe und die Besatzungsmächten „auf die grundsätzlichen Strukturfragen den stärksten Einfluss ausgeübt“ hätten. (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Aufl. 2005, S. 159)

„Mit einer überdimensionierten politischen Bildungsarbeit […] wird nicht nur das verfälschte Geschichtsbild, sondern auch die Existenz der Parteien, ihrer Funktionäre und der ungebührliche Zugriff auf die steuerlichen Mittel gerechtfertigt. Schlagworte wie Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit deinen als Knüppel in der politischen Auseinandersetzung. Zusätzlich sorgt das „System“ mit Verfassungsschutzeinrichtungen für seine Unangreifbarkeit,“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Vae Victis, wehe den Besiegten. Schriften Brandenburg-Preußen Museum 1, Wustrau 2002, S. 13)

„Die Subjektivität und ideologische Einfärbung der Geschichtsschreibung gelangten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einem Höhepunkt“, also nach Ende des NS-Regimes, nicht in diesem. (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Auflage 2005, S. 42)

Im Deutschland-Journal der Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft, Fragen zur Zeit 2001 veröffentlichte Bödecker auf Einladung des rechtslastigen Brigadegeneral a. D. der Bundeswehr Reinhard Uhle-Wettler, eine Aufsatz „Preußen – Die Antipreußische Gehirnwäsche“, in der er von Umerziehung oder Reeducation spricht, behauptet, das soldatische Verhalten der Wehrmacht unbefleckt und frei von Lynchjustiz sei, er kritisiert die Entschädigungsforderungen in dritter Nachkriegsgeneration, bei der die Fordernden über Einfluss und Macht von Medien verfügen.

In einem nicht öffentlichen Gespräch mit dem Architekten Prof. Wolfgang Schuster äußerte sich Bödecker 1994 antisemitisch über den Architekten Alfred Messel: „Typischer jüdischer Opportunist, der meinte sich durch die Konvertierung zum Protestantismus rein waschen zu können!“ (Q: E-Mail von Wolfgang Schuster an den Autor, 28.10.2021)

 

Zur Bundesrepublik

„Der politische Streit kostet Geld, viel Geld sogar, und das muß von den steuerzahlenden Bürgern aufgebracht werden.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 2. Auflage 2005, S. 52)

Der Gewaltenteilung vom Gesetzgebung, Rechtsetzung und Veraltung „steht die heutige Omnipotenz der Parteien unversöhnlich gegenüber“. „Unsere Parteien haben in der Gegenwart alle Macht im Staat usurpiert.“ (Q: Ehrhardt Bödecker: Preußen – eine humane Bilanz, Olzog Verlag München 2010, S. 11/112)

In einem Interview kritisierte Bödecker die „politisch gewollte Verleumdung des Militarismus“ sowie die Parteien, den Föderalismus und die EU. Er plädierte für einen schlanken Staat mit Bildung und Disziplin nach dem Vorbild Preußens und bezweifelte, dass es in der Bundesrepublik noch einen Parlamentarismus und Rechtsstaatlichkeit gebe: „Parlamentarismus und Rechtsstaatlichkeit haben wir doch längst nicht mehr.“ Hingegen gäbe es „versorgungsstaatlichen und mitbestimmungswütigen Wildwuchs des Staates und der Gewerkschaften“ (Q: Interview mit Erhardt Bödecker: „Uns fehlt, was Preußen war“, aus Junge Freiheit 9/ 2007, 23.2.2008, wieder abgedruckt in Soldat im Volk, März/ April 2007, S. 57/58.)

Kuppel über dem Eosanderportal, Q: https://www.flickr.com/photos/micharl/49970939602

(3) Bödecker und das Humboldtforum

Ehrhardt Bödecker ist mit seiner Frau Anneliese einer jener Dutzend Großspender des Projektes, die über eine Millionen Euro gespendet haben. Seine Spende wurde vom Förderverein Berliner Schloss eingeworben.

Eine Auskunft darüber, welcher Zweckbindung die Großspende ggfls. unterlag, verweigern Stiftung Humboldtforum und Förderverein Berliner Schloss bislang. Nur der Zweck einer ersteren kleineren Spende ist bekannt. Ehrhardt und Anneliese Bödecker finanzierten die Herstellung der Nordkartusche des Eosanderportals  (Nordkartusche im Portal 3 mit den Initialen von Fridericus Rex, laut 1. Katalog der Fassaden- und Schmuckelemente, Förderverein Berliner Schloss 2005, Kosten von 500.000 €).

Es besteht die Vermutung, dass es sich bei der Großspende Bödeckers um jene Spende handelt, welche der Förderverein im Frühjahr 2013 einwarb, um die Realisierung der Schlosskuppel durchzusetzen. Stimmt diese Vermutung, dann hätte ein Rechtsextremer einen wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung des Baus genommen.

Die Schlosskuppel gehörte zu den optionalen Bausteinen und wäre ohne ausreichende Spendenfinanzierung nicht gebaut worden. Im Frühjahr 2013 schloss sich das Zeitfenster aufgrund des Baufortschritts. Durch die Einwerbung einer Millionenspende konnte der Förderverein in letzter Minute die Voraussetzung für den Nachbau erfüllen. Wenig später veröffentliche der Förderverein in seinem Magazin Berliner Extrablatt eine Sonderzeit mit einem Statement Bödeckers, getitelt „Das Schloss als Symbol des Rechts“ (Ausgabe 82, Oktober 2014, S. 19).

Nicht zuletzt aufgrund ihrer Inschrift ist die Kuppel ausgesprochen umstritten. Zuletzt distanzierten sich die Nutzer des Humboldtforums von dieser Inschrift. Vorgesehen ist folgende Inschrift auf einer Bronzetafel auf der Dachterrasse: „Auch heute ist die detailgetreue Rekonstruierung der Kuppel umstritten. Alle Institutionen im Humboldt Forum distanzieren sich ausdrücklich von dem Alleingülltigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt. Sie verstehen die Kuppel als bauhistorisches Zitat im Rahmen der Schlossrekonstruktion. Sie erkennen aber auch deren gesellschaftliche Problematik und werden sich mit dieser in ihrer Programmarbeit kritisch auseinandersetzen.“

Als Großspender werden Ehrhardt und Anneliese Bödecker mit einem Reliefmedaillon und Namensschriftzug im Durchgang des Eosanderportals prominent gewürdigt. Für die kleiner Spende erfolgt eine Würdigung via Bildschirm im Durchgang des Nordportals (Portal IV) mit zahlreichen anderen Spendern.

Befragt zur Problematik der Äußerungen des gewürdigten Großspenders teilte der Pressesprecher der Stiftung Humboldtforum am 16.9.2021 mit:

Die von Ihnen recherchierten Stellungnahmen und Publikationen von Ehrhardt Bödecker waren uns nicht bekannt. Wir kannten Herrn Bödecker, der 2016 verstarb, als Juristen, Leiter der Weberbank und Autor zur preußischen Geschichte. Über ein weitergehendes Engagement in rechtextremistischen Kreisen liegen uns keine Kenntnisse vor.

Die Spende wurde vom Förderverein Berliner Schloss e.V. eingeworben, einem wichtigen Partner für die Spendenwerbung.

Die Akteure und das Team des Humboldt Forums teilen in keiner Weise die Meinungen, die Herr Bödecker laut Ihren Recherchen zu einem militaristischen Preußen- und Kaisertum, zu Krieg und Holocaust vertreten hat. Wir stehen ein gegen jede Form von Gewaltverharmlosung, Diskriminierung, Ausgrenzung oder Rassismus.
[…]
Das Würdigungskonzept für Spenderinnen und Spender wurde vom Stiftungsrat im Juni 2017 beschlossen. Demnach können Menschen, die sehr große Beträge gespendet haben, auf verschiedene Weise gewürdigt werden, z.B. durch Einzeltafeln. Solche namentlichen Würdigungen von Großspenderinnen und -spendern sind in vielen Kulturbereichen üblich und z.B. aus dem angelsächsischen Raum seit Langem bekannt.
Sofern ein Spender oder eine Spenderin jedoch Positionen vertritt, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sind, betrachten wir das als mit einer Spenderehrung nicht vereinbar. Wir werden die Vorwürfe, die nun gegen Ehrhardt Bödecker erhoben wurden, sorgfältig prüfen und auf Basis dieser Bewertung gemäß dem Würdigungskonzept über die Spenderehrung entscheiden.“

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, äußerte sich am 23.9.2021: „Es ist zu begrüßen, dass das Humboldt-Forum diesen Spender überprüfen wird.  Unter Berücksichtigung der Richtlinien des Hauses muss die Ehrung von Ehrhardt Bödecker äußerst kritisch hinterfragt werden.“

Nach Vorlage dieser Aussage äußerte der Pressesprecher der Stiftung am 1.10.2021: „Wir werden den Stiftungsrat wegen der grundsätzlichen Bedeutung über diese Angelegenheit informieren und vorschlagen, dass wir eine Prüfung veranlassen, um zu entscheiden, inwieweit dies einen Einfluss auf die Spender*innen-Würdigung hat. Wir klären derzeit, wer eine solche mit der gebotenen Kompetenz und Sorgfalt durchführen kann. Leider können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wann sie abgeschlossen sein wird.“

 

(4) Die Rolle des Fördervereins Berliner Schloss e.V.

Eine Anfrage des Autors an den Förderverein zum Sachverhalt wurden nicht beantwortet. (E-Mail vom 16.9.2021). Auf telefonische Anfrage lehnte Wilhelm von Boddien jedes Statement hierzu ab (Telefonat 5.10.2021).

Wilhelm von Boddien kann die Haltung von Ehrhardt Bödecker nicht unbekannt gewesen sein. Bödecker hatte keine Scheu, seine antisemitische Haltung zu äußern, wie der oben zitierte Bericht von Prof. Wolfang Schuster bezeugt. Zudem haben von Boddien und Bödecker gemeinsam bei der rechtsgerichteten Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (SWG) 2001 publiziert. Während Bödecker dort seinen oben zitierten Text „Die Antipreußische Gehirnwäsche“ veröffentlichte, trug Wilhelm von Boddien auf Einladung des Herausgebers Reinhard Uhle-Wettler einen Beitrag zur Rekonstruktion des Berliner Schlosses bei, während der rechtsradikale Ex-Bundeswehroffizier Max Klaar über das Wiederaufbauprojekt der Potsdamer Garnisonkirche schrieb. Uhle-Wettler, Brigadegeneral a. D. der Bundeswehr und zugleich Vorsitzender des SWG, hatte drei Jahre zuvor eine Festschrift für den Holocaustleugner David Irving publiziert. Er wird der Neuen Rechten zugerechnet und ist u.a. bei der Gesellschaft für freie Publizistik aufgetreten, der nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz größten rechtsextremen und der NPD nahestehenden Kulturvereinigung in Deutschland.

2007 hielt von Boddien auf Einladung von Uhle-Wettler einen Vortrag bei der Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (SWG). 2015 warb die SWG in ihrem Jahrbuch mit Bildern des Fördervereins für Spenden für das Schloss, gefolgt von der Veröffentlichung eines Beitrags der AfD (Alexander Gauland und Frauke Petry) mit dem Originaltext einer Starfanzeige gegen Frau Merkel wegen der Flüchtlingspolitik.

Auch wenn Wilhelm Boddien selber nie politisch fragwürdige Auffassungen vertreten hat, muss er sich vorhalten lassen, bei seinen Kontakten zu Reinhard Uhle-Wettler, Ehrhardt Bödecker und der SWG auf eine klare Abgrenzung zu rechtsextremistischen Positionen und Kreisen verzichtet zu haben. In dieser Hinsicht sind auch weitere Aktivitäten und Kontakte von ihm fragwürdig. Hierzu gehören Vorträge Boddiens bei dem Berliner Colloquium der Clausewitz-Gesellschaft 2008, bei der Preußischen Gesellschaft Berlin 2010 und bei der Preußischen Tafelrunde Flensburg 2015 (Zollernkreis). 2019 war er zudem ein Ehrengast bei 65. Geburtstagsfeier von Matthias Matussek, Sympathisant der rechtsradikalen Identitären und der AfD. Andere Gäste der Party waren u.a. Mario Müller von der Identitären Bewegung, der Chefredakteur des rechtslastigen Magazins Cato Andreas Lombard, die Leiterin der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung Erika Steinbach, der AfD Politiker Roger Lebien, des rechtsradikale Journalist Hanno Borchert und der Verleger der Wochenzeitung Junge Freiheit Dieter Stein. Matthias Matussek postete noch in der Partynacht bei Facebook u.a. stolz, dass u.a. der Schlossvisionär Boddien sein Geburtstagsgast war.

Der Architekturtheoretiker Prof. Stefan Trüby wies darauf hin, dass Wilhelm von Boddien bewusst auch die Nähe rechter Mi­lieus gesucht hat, indem er dem Chefredakteur vom Magazin Cato Andreas Lombard 2018 für eine Reportagen zur Verfügung stand (Andreas Lombard: Haus ohne Hausherren, in: Cato Heft 1/2018, S. 54-63). Trüby verwies auch darauf, dass der Förderverein in freundschaftlichem Kontakt zur Gesellschaft Berliner Schloss e. V. steht, dessen dreiköpfigem Vorstand der AfD Politiker  Daniel Krüger sowie der Architekturhistoriker Guido Hinterkeuser angehören, der die rechtspopulistische ‚Gemeinsame Erklärung 2018‘ mitgezeichnet hat.

 

(5) Unterstützung für das Schlossprojekt aus rechtslastigen Milieus

„Das jetzt Nationalisten, und auch Neonazis oder alte Nazis begeistert sind von dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses, dass kann wirklich nicht überraschen“, sagte der Berliner Architekturkritiker Nikolaus Bernau im Deutschlandfunk. (Falsche Ehrung für rechten Spender, Nikolaus Bernau im Gespräch mit Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk Kultur Fazit, 28.10.2021)

Eine gründliche Recherche hierzu steht bislang aus. Es gibt bislang nur punktuelle Kenntnisse dazu. Exemplarisch für die Problematik ist der Aufsatz des einstigen NS-Raubgut-Funktionärs Niels von Holst auf Einladung des rechtsextermistischen Herausgebers Hugo Wellems für das Jahrbuch der Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (SWG), in der auch wie oben dargestellt später auch Bödecker und v. Boddien publizierten. Niels von Holst sprach sich in diesem entschieden für den Wiederaufbau des Schlosses aus  (Niels von Holst: Ein Bonner „Palazzo Prozzo“ statt des Stadtschlosses? Fragen zur Zeit 1993, S. 53-55).

Auch wurde das Schlossprojekt befürwortende Artikel immer wieder in revisionistischen und rechtlastigen Zeitschriften wie dem Ostpreußenblatt (Rüdiger Ruhnau: Preußenjahr 2001: Berlin und Potsdam brauchen ihre Königsschlösser, vom 12. August 2000, Gottfried Loeck: Das märchenhafte Königsreich, vom 15.9.2001), der Zeitschrift MUT (Jochen Feilcke: Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Bekenntnis zur historischen Mitte Berlins. In:  Zeitschrift Mut, Forum für Kultur und Geschichte, Februar 1991, S. 40-45 ), dem Magazin CATO (Andreas Lombard: Haus ohne Hausherren, in: Cato Heft 1/2018, S. 54-63) und der Jungen Freiheit veröffentlicht. Ebenso unterstützt die AfD im Bundestag das Vorhaben.

Der gemeinsame Tenor all der rechtslastigen Äußerungen ist ein Drängen auf weitergehende historischen Rekonstruktion sowohl im Inneren wie auch im Umfeld (exemplarisch hierzu: Claus-M. Wolfschlag: „Funktionaler Zweckbau“. Wiederaufbau: Die Gesellschaft Berliner Schloß fordert mehr historische Rekonstruktionen, Junge Freiheit 30. Oktober 2015). Wilhelm von Boddien und sein Förderverein bemühen sich, solche Anliegen gegenüber offen zu sein. In der Preußischen Allgemeinen Zeitung, dem Nachfolgeblatt des Ostpreußenblatt, äußerte sich von Boddien kürzlich im Interview: „Es gibt noch viel zu tun und natürlich auch noch unerfüllte Wünsche für die Rekonstruktion, denken Sie nur an das historische Schlossumfeld und die Verweigerungshaltung der Berliner Stadtentwicklungspolitik dazu. Da müssen noch dicke Bretter gebohrt werden. Das dauert noch. Aber wir haben bisher nie aufgegeben“ („Mehr als wir erträumt hatten“. Im Gespräch mit Richard Schröder und Wilhelm v. Boddien. Über den Stand des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses, den wahren Geist des alten Preußen und künftige Aufgaben für den Förderverein. Preußische Allgemeine Zeitung, 20.3.2021, S. 3)

 

(6) Andere fragwürdige Spender

Für die Rekonstruktion der historischen Fassaden haben nach Angaben von Förderverein und Stiftung 45.000 Personen gespendet. Die Großspender mit Spenden über eine Millionen € werden mit Reliefmedaillons im Portal 3 geehrte, die Großspenderin Maren Otto wird mit einer Inschrift am Sockel einer der Säulen des Innenportals 5 gewürdigt. Weitere Großspender mit Spenden über 100.000 € werden namentlich im Portal 2 geehrt, kleine Spender über Bildschirm in Portal 4. Die Spenderliste ist im Internet abrufbar unter: https://secure.berliner-schloss.de/spenderliste

Die Mehrzahl der Spender wird aus tadellosen Motiven gespendet haben. Eine Überprüfung auf fragwürdige Spender hat bislang nicht stattgefunden und ist auch fraglich. Nicht jeder äußert seine politisch-gesellschaftlichen Ansichten öffentlich, manche Spender haben auch unter der Bedingung der Anonymität gespendet. Zugleich ist davon auszugehen, dass Ehrhardt Bödecker mit seiner Haltung kein Einzelfall ist. Fragwürdige Spender werden sich vermutlich insbesondere bei den optionalen Bausteinen finden, mit denen die von rechten Kreisen propagierte Ausweitung der Rekonstruktion durchgesetzt wurde.

 

Fragwürdig sind nach heutigem Kenntnisstand zwei weitere GroßspenderInnen: Die Witwe Inga Maren Otto hatte in Erinnerung an ihren verstorbenen Ehemann, den Versandhändler Werner A. Otto, unter anderem das vier Meter hohe Christuskreuz mit Reichsapfel auf der Schlosskuppel gestiftet. Eine Widmung an Werner A. Otto findet sich am Reichsapfel, auf dem das Kuppelkreuz steht. Werner A. Otto hatte sich zwar zeit seines Lebens mit politischen Äußerungen in der Öffentlichkeit zurückgehalten, aber im Jahr 2001 dem rechtsnationalen Bundeswehroffizier a. D. Max Klaar drei Millionen Mark für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam zugesagt. Inga Maren Otto ist Ehrenmitglied im Kuratorium der Stiftung Humboldtforum und Ehrenmitglied im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche Potsdam.

Der Unternehmer und Rudolf-August Oetker, ein weiterer Großspender des Humboldtforums,  war ab 1933 Mitglied der Reiter SA und ab 1942 Mitglied der Waffen-SS gewesen. Mit der Waffen-SS kämpfte er an der Ostfront. Laut zeithistorischen Forschungen waren die Familie und die Firma Oetker Stützen der NS-Gesellschaft, sie suchten die Nähe des Regimes und profitierten von dessen Politik“ (Q: Stefan Weber: Im Schatten des Patriarchen, Süddeutsche Zeitung, 19. Oktober 2013, S. 25) Eine kritische Aufarbeitung der Familien- und Firmengeschichte war erst nach dem Tod 2007 von Rudolf-August Oetker möglich, er selber hat sich dazu zeitlebens ausgeschweigen.

 

(7) Reaktionen auf die Veröffentlichung der Kritik

Der Zentralrat der Juden Deutschland bewertet Bödeckers Aussagen als „eindeutig antisemitisch“ (Q: E-Mail an den Autor, 30.9.2021). „Die Ehrung von Ehrhardt Bödecker [muß] äußerst kritisch hinterfragt werden.“  (Q: E-Mail an den Autor, 23.9.2021)

Der Berliner Architekturkritiker Nikolaus Bernau im Deutschlandfunk sagt zu Bödeckers Aussagen: „Es ist ausgesprochen antijüdische, klassisch rechtsradikale Argumentation“. (Q: Falsche Ehrung für rechten Spender, Nikolaus Bernau im Gespräch mit Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk Kultur Fazit, 28.10.2021)Bödecker-Dokumentation_2021-11-02+

Der Geschäftsführer des Förderverein Berliner Schloss Wilhelm von Boddien: „Wir haben auf bürgerliche Reputation geachtet, nicht auf politische Einstellungen.“ (Q: Nikolaus Bernau: Zweifelhafte Spender: „Wir haben auf bürgerliche Reputation geachtet“, Berliner Zeitung 1.11.2021). Bürgerliche Reputation und antisemitische, gar rechtsextremistische Auffassungen schließen sich aber leider nicht per se aus. Bis heute hat sich von Boddien und der Förderverein nicht von den antisemitischen extremistischen und Aussagen ihres Spenders distanziert.

Die Berliner Antiquarin Elvira Tasbach als Schwiegertochter Bödeckers und Mitglied des Vorstands des von Bödecker begründeten Brandenburg-Preußen-Museums in Wustrau wehrt sich in einem Leserbrief gegen die Kritik an ihrem Schwiegervater Ehrhardt Bödecker. Er sei durchaus „streitbar, oft polemisch, bisweilen auch unerträglich provokativ“ gewesen, aber „eine gegen Kritik immunisierte, rechtsradikale, gar antisemitische Gesinnung“ habe weder er noch seine Frau Anneliese gehabt. (Q: Nikolaus Bernau: Zweifelhafte Spender: „Wir haben auf bürgerliche Reputation geachtet“, Berliner Zeitung 1.11.2021)

Am 2.11.2021 beschloss der Stiftungsrat der Stiftung Humboltforum, durch ein ein renommiertes zeithistorisches Institut die Vorwürfe überprüfen zu lassen. (Siehe download)

Am 3.11.2021 erklärten sich Elvira Tasbach und ihr Mann Andreas Bödecker, Sohn von Ehrhardt Bödecker, und beide seit dessen Tod neuer Vorstand seines Brandenburg-Preußen-Museum (siehe download): „Durch die Presse-Artikel der vergangenen Tage haben wir jedoch Äußerungen von ihm lesen müssen, die uns bisher unbekannt waren. Daraufhin haben wir uns mit seinen ab 2001 verfassten Schriften und Vortragen befasst, da war er 76 Jahre alt, und festgestellt, dass diese Thesen und Formulierungen enthalten, die falsch und teils sogar rechtsextrem sind. Und er hat diese in einigen Fällen an Orten vorgetragen oder veröffentlicht, die zu rechtsextremen Kreisen gehören. Geschichts-Revisionismus lehnen wir beide aus tiefer Überzeugung und mit Entschiedenheit ab. […] Wir möchten daher die Stiftung Humboldt Forum bitten, das Portrait-Medaillon unserer Eltern und Schwiegereltern im Foyer des Berliner Schlosses abzunehmen.“

Online-Leserbrief von N. Niklas in der Zeitung Junge Freiheit vom 4.11.2021: „Worum geht es? Den Wiederaufbau der Garnisonskirche zu verhindern, weil dadurch nichtkulturmarxistische Inhalte transportiert werden. Methode: „Zeig mir den Mann und ich zeige Dir sein Verbrechen.“ Das sind bekannte originalstalinistische Taktiken: Diffamierung, Absonderung, Ausschaltung, Vernichtung. Wer solche Pflanzen wie den Oswalt in seinem Garten großzieht, der muss sich nicht wundern, wenn die dann alles überwuchern, verdrängen, ersticken und komplett die Flora ruinieren. Bald kann man sich deshalb wohl auch schon auf die Wiederkehr der Wölfe in den ehemaligen Blumenbeeten gefasst machen. Leider sind es aber nicht einfach „nur“ wirkliche Wölfe, sondern ihr viel gefährlicheres und mörderisches menschliches Pendant.“

Blog-Eintrag von Heimdall (Diamantenes Mitglied) bei https://www.stadtbild-deutschland.org/forum/ am 7.11.2021: „Will sagen, Typen wie Oswalt haben sich mittlerweile auf alle Gesellschaftsbereiche ausgebreitet und betreiben dort ihr Spiel des Anschwärzens, des Leumund-Vernichtens, des Karrieren-Zerstörens, des Leben-Stehlens. Heute ist es ein Schlosskuppel-Spender, morgen ein Fußballer, der irgendetwas „falsches“ tut. Übermorgen ist es ein Schauspieler, der etwas „unpassendes“ gesagt hat, überübermorgen ein Professor, der vom Campus gekickt wird, weil er eine „nicht genehme“ Quelle im Seminar genannt hat.

Positionen wie… „das ist mir zu anstrengend“, „das ignoriere ich einfach“, „das sind ja Schlammschlachten“, „damit darf man sich nur sehr differenziert auseinandersetzen, und man muss die Kritik auch verstehen“, „ich kenne kein links und rechts, das ist so 90er Jahre“, „ich stecke den Kopf in den Sand und höre nichts mehr“ usw. werden seit Jahrzehnten unter dem Begriff „Bürgerliche Feigheit“ zusammengefasst. Diese Feigheit hat Typen wie Oswalt erst schrittweise groß gemacht.

Diese Kulturkämpfer sind doch Leute, die gar keine Frau mehr brauchen, sondern jeden Tag ihren Höhepunkt schon dabei bekommen, wie alle auf ihre in den Raum geworfenen Beschuldigungen hin nervös werden, umkippen, sich in Demutsgesten üben, und dann gehorsam zur reinigenden Tat schreiten. Wie moderne Neros sind die, die in der Arena nach Belieben den Daumen senken und heben können. Und die Masse traut sich nicht, den Typ vom Podest zu werfen.

Diesen Leuten kann man nicht mehr mit „Diskussionsbereitschaft“ bzw. „Bürgerlicher Feigheit“ begegnen, denn dazu ist es längst zu spät, sondern nur noch mit klaren Ansagen. Und die Essenz dieser Ansagen lautet „Keinen Schritt weiter“. Andernfalls, das prophezeie ich, kann das noch ganz böse enden. Auch einen Robespierre oder Lenin hat man nicht rechtzeitig gestoppt.“

Heimdall 10.11.2021 „Täter ist einzig und allein Philipp Oswalt.“

Download Dossier zum Fall Bödecker_15.11.2021.pdf

Stellungnahme Stiftungsrat Humboltforum vom 2.11.2021.pdf

Erklärung der Familie Andreas Bödecker und Elvira Tasbach vom 3.11.2021.pdf

 

2 Antworten zu “Ehrhardt Bödecker, ein rechtsradikaler Großspender”

  1. Bödecker, Ehrhardt | Rechtsradikaler | Gegen Rechts sagt:

    […] Bödecker, ein rechtsradikaler GroßspenderDokumentation von Philipp Oswalt – 30.10.2021Süddeutsche 5.11.2021Spenderrelief wird abgehängtTagesspiegel 4.11.2021Berliner Zeitung […]

  2. Spender mit rechtsradikaler Gesinnung am Berliner Schloss? » Zeilenabstand.net - Kultur & Digitales sagt:

    […] er Bödecker Antisemitismus und eine antidemokratische Gesinnung vor. Und tatsächlich offenbart seine akribische Recherche zu Äußerungen Bödeckers ein detailliertes Bild des Großspenders als Leugner oder Relativierer […]

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